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Weine aus Spanien

Spanien ist die Nr. 1 unter den Weinnationen – zumindest was die Anbaufläche von fast 1.000.000 Hektar angeht. Mehr als 5.000 Bodegas (Weingüter) verteilen sich auf das Land zwischen Atlantik und Mittelmeer. Auf den Weinhängen wachsen nicht weniger als 250 verschiedene Rebsorten, von denen der Tempranillo die bekannteste Sorte ist. Es die Sorte, die gleichzeitig den berühmtesten Rotwein des Landes prägt: den Rioja. Daneben hat sich in den letzten Jahren die Region Ribeira del Duero an die Spitze hochgearbeitet und macht dem Rioja mächtig Konkurrenz. Doch der Reihe nach…

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Rioja
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Rioja Gran Reserva DOC Prado Enea 2011
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Die große Weinnation Spanien – Anbaugebiete und Trauben

Spanien ist eine große europäische Weinnation. Keine Frage. Die nackten Zahlen habe ich bereits genannt. Doch was die Qualität der Weine angeht, hatte Spanien lange Nachholbedarf und konnte gegenüber seinen großen Konkurrenten Frankreich und Italien nicht wirklich punkten. Doch das hat sich in den letzten Jahrzehnten nachhaltig geändert. Die Winzer und Bodegas haben erkannt, dass die Kunden Qualität zu schätzen wissen. Das spanische Weingesetz soll dabei die entsprechenden Qualitäten garantieren und baut auf zwei Säulen: Anbauregion und Ausbau.

Werfen wir einen Blick auf die Weinbauregionen Spaniens. Das große Land teilt sich in drei Klimazonen, in denen ganz unterschiedliche Weine entstehen. Im grünen Norden liegen die Regionen Aragonien, Asturien, das Baskenland, Kantabrien, Navarra und La Rioja. Die Winter sind kalt, die Sommer warm und es regnet viel. Im Zentrum liegt das Zentralplateau Meseta (Tafelland) mit den Anbaugebieten Extremadura und La Mancha. Hier ist es das ganze Jahr über trocken und im Sommer heiß. Dann gibt es noch die Küstenregionen, die sich von Katalonien an der Mittelmeerküste bis hin nach Andalusien am Atlantik verteilen. Die Sommer sind hier heiß, die Winter milde und es regnet wenig.

Unter den Regionen steht La Rioja an erster Stelle in der Käufergunst. Das Anbaugebiet La Rioja liegt im Nordosten Spaniens in der gleichnamigen Provinz, ragt jedoch in die Provinzen Baskenland (Alavesa) und Navarra (Rioja Baja) hinein. Seit dem Jahre 1953 gibt es einen Kontrollrat zur Überwachung der Herkunfts-Bezeichnung Rioja. Seit 1991 trägt die DOC-Region durch Ministererlass zusätzlich das Attribut DOCa für „calificada“ (qualifiziert). Rioja war somit die erste Region der (neuen) höchsten Qualitätsstufe in Spanien.

Zur Beliebtheit des Riojas hat die spanische Rebsorte Nummer eins – Tempranillo – ihren Anteil beigetragen. Dabei gibt es im Land etwa 250 verschiedene Rebsorten und, mag so manchen erstaunen, davon ziemlich viele weiße Sorten. Weißwein und Rotwein hält sich in Spanien mit jeweils etwa 50 % der Produktion die Waage. Eine Empfehlung unter den spanischen Weißweinen sei die Albariño aus Rías Baixas in Galicien. Die größte Anbaufläche nimmt noch vor Tempranillo (ca. 120.000 ha) der Airén ein, mit über 330.000 Hektar – jedoch in der Tendenz fallend. Nach Tempranillo ist der Garnacha (Grenache oder auf Sardinien Cannonau) die Nummer zwei der roten Rebsorten.

Ähnlich wie beim Sangiovese mit den lokalen Ausprägungen, zum Beispiel im Montalcino, wo die Beeren sehr viel größer sind (Sangiovese grosso), fällt auch der Tempranillo je nach Anbaugebiet ganz unterschiedlich aus. In Ribera del Duero sind die Trauben kleiner und die Schalen der Beeren dicker, was den Most konzentriert. 

Das Land der Holzfässer – Crianza, Reserva und Gran Reserva

Innerhalb der Anbaugebiete wird in drei Qualitätsstufen unterteilt (mal ganz abgesehen vom Landwein Vino del Pais). Dabei stehen die Monate der Fasslagerung im Vordergrund. Ein Crianza bleibt vor dem Verkauf für sechs Monate im Holzfass und 12 bis 18 Monate in der Flasche. In Navarra, Rioja, Ribera del Duero und Penedès sind die Anforderungen noch höher. Dort verbringen die Crianzas 12 Monate im Fass. Ein Reserva kommt mit 12 Monaten Fasslagerung und 24 Monaten Flaschenruhe daher und ein Gran Reserva mit stolzen 24 Monaten im Fass und 36 Monaten in der Flasche. Insgesamt ist der Anteil von holzfassgelagerten Weinen in Spanien höher als in Italien oder Frankreich, was den Einstieg in die Welt dieser Spezialitäten günstig macht.

Fragen & Antworten zu Wein aus Spanien

Achten Sie beim Kauf von Wein aus Spanien auf die kontrollierten Herkunftsgebiete D.O. (Denominación de origen). Die höchste Zertifizierung D.O.C. (Denominación de origen calificada) tragen die Anbaugebiete Rioja und Priorat. Die Weine gelten als die besten des Landes. Innerhalb der Regionen gibt es die Qualitäten Crianza  (6 Monate im Holzfass), Reserva (12 Monate im Holzfass) und Gran Reserva (mindestens 24 Monate im Holzfass).

In Spanien muss man kein Vermögen für einen guten Wein ausgeben. Für 10 bis 25 Euro bekommen Sie schon einen Reserva. Probieren Sie die Weine aus Rioja oder Ribera del Duero. Für die Top-Weine aus den Anbaugebieten sind 50 Euro und mehr zu bezahlen. Dafür bekommen Sie herausragende Qualitäten – zum Beispiel einen Gran Reserva mit mehr als 24 Monaten Fasslagerung.

Die kontrollierten Anbaugebiete in Spanien sind mit D.O. (Denominación de origen) oder D.O.C. (Denominación de origen calificada) etikettiert. Bei Weinen ohne diese Labels handelt es sich in den meisten Fällen um einfachen Landwein. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die Label Crianza, Reserva und Gran Reserva bezeichnen innerhalb der Regionen die Qualitätsstandards und vor allem die Reifezeit im Holzfass. Ein Crianza verbringt ein halbes Jahr im Holzfass, ein Reserva ein und ein Gran Reserva stolze zwei Jahre im Holzfass. Unkomplizierte Weine, die ein bisschen etwas vom Holzfass gesehen haben (unter 6 Monaten) werden als Roble bezeichnet. 

Die Klassiker zu spanischen Weinen sind natürlich Paella und Tapas. Je nachdem, welche Tapas Sie auffahren lassen sich verschiedene spanische Weine dazu reichen – frische Blancos oder edle rote Reservas. Ofengerichte wie Ochsenschwanz, Lamm oder Kaninchen passen hervorragend zu einem Rioja – am besten natürlich, wenn der Wein auch zum Kochen Verwendung findet.

In Spanien werden fast alle Weine trocken ausgebaut, sowohl Rotwein als auch Weißwein. Weine mit Restsüße finden Sie zum Beispiel beim Sherry – oder vino de Jerez, wie der Andalusier sagt. Zum Essen gibt es aber dann doch lieber einen trockenen roten Rioja.