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Castellari Bergaglio

Castellari Bergaglio – Für die besten Weißen aus Piemont zuständig

Das Weingut Castellari Bergaglio befindet sich inmitten des Gavi-DOCG-Anbaugebiets im Piemont, wo es die alte autochthone Traubensorte Cortese di Gavi kultiviert. Diese Trauben sind bekannt für ihr Potenzial in Cuvées. Leider aber auch für ihre "Belanglosigkeit", wenn man die Weine lieblos aus großen Fässern und in Massen herstellt. Das passierte dem "Gavi"-Wein, der lange Zeit als einziger gewissermaßen brauchbarer Weißer aus dieser Piemont-Ecke betrachtet wurde. Wie so häufig bei Pauschalurteilen zu Unrecht. Dabei zeigt das Castellari Bergaglio wie hervorragend die Cortese-di-Gavi-Trauben zu reinsortigen Weinen verarbeitet werden können. Ja, wenn man sich um die Weinberge richtig kümmert und die Weine in kleinen Mengen und unter einer strengen Regie vinifiziert. Das hat sich allmählich herumgesprochen und renommierte Weinführer wie The Wine Enthusiast, Slow Wine und Gambero Rosso – um nur einige wenige zu nennen – reagieren in höchsten Tönen darauf. Marco Bergaglio sagt von seinen Weinen: "Oftmals ist das Ziel nicht die Rentabilität der Arbeit, sondern die Zufriedenheit und Freude, etwas Besonderes und Einzigartiges zu tun." Und er hat so recht damit!

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Uralte Reben, Ökologie und die autochthone Cortese-Trauben der Bergagalios

Das Weingut Castellari Bergaglio der gleichnamigen Familie befindet sich im Weiler Rovereto auf dem Gebiet der Gemeinde Gavi in der Provinz Alessandria, die zwischen Piemont und Ligurien zu verorten ist. Die Weinberge der Tenuta belaufen sich insgesamt auf 10 Hektar und liegen in der Weinanbauregion Gavi DOCG. Das Weingebiet weist ein spezielles Klima auf, da es noch im Einflussgebiet der Seewinde steht, die aus dem circa 60 Kilometer entfernten Golf von Genua kommen. Einige der Lagen der Azienda zeichnen sich durch spezielle mikroklimatische Bedingungen aus, wie beispielsweise die Rovereto, die inmitten der Reste einst ausgedehnter Eichenwälder liegt. Die Weinlage Rovereto zeichnet sich durch ihre alten Rebstöcke, die teilweise weit über 80 Jahre alt sind und noch aus der Vor-Reblaus-Zeit stammen. Eine unglaubliche Rarität, um dessen Besonderheit die Winzer sehr wohl wissen! 

Die Bodenbeschaffenheit der Castellari Bergaglios Weinberge ist typischerweise stark lehm- und eisenhaltig und damit ideal für die lokale weiße Varietät Cortese di Gavi. Cortese ist eine alte autochthone Weißweinrebe, deren Trauben feine Aromen und eine zitrusartige Frische vorweisen. Die Rebsorte ist sehr ergiebig, die Trauben eignen sich gut, um zu Cuvées verarbeitet zu werden. Lange Zeit kannte man die "Gavi"-Weine als okay-Weißweine, die gut trinkbar waren, aber selten richtig überzeugten. Die massenweise Herstellung ließ die Weinsorten zusätzlich verkommen. Ausnahmen machten nur jene Winzer, die ihre Gewächse besonders pflegten, die Erträge stark begrenzten und aus der Selektion ihre eigenen Weine erzeugten. Zu diesen großen Ausnahmen gehört eindeutig die Winzerfamilie Bergagalio. Sie besitzt Weinberge mit herausragend gepflegten, teilweise uralten Cortese-Reben, dessen hohes Alter nicht immer bekannt ist. Namentlich wurde die Traubensorte Cortese Mitte des 17. Jahrhunderts erwähnt, doch sie ist sicherlich älteren Ursprungs. 

Castellari Bergaglio bestockt ausschließlich mit Cortese und bewirtschaftet seine unterschiedlichen Lagen ökologisch-nachhaltig ohne Pestizide oder Herbizide (seit 2017 mit entsprechender Beglaubigung). Die naturnahe Bodennutzung sorgt für hohe Biodiversität, die heutzutage so wichtig ist. Wie gut das den Trauben bekommt, zeigt sich in den hervorragenden Weinen der Castellari Bergaglio, die streng auf Terroirweine setzt und regelmäßig viel Zuspruch von Slow Wine Guide, Wine Enthusiast und anderen renommierten Weinkennern erntet. 

Um die typischen feinen Aromen der Cortese-Trauben zu erhalten, werden die Trauben sehr frisch und sogleich nach der Einfuhr im Weinkeller verarbeitet, sanft gepresst und in temperaturkontrollierten Stahltanks besonders langsam und tendenziell nicht zu kalt vergoren. 20 Tage dauert das Prozedere im Durchschnitt, dem eine teilweise kurze, teilweise bis zu 12 Monaten dauernde Alterung folgt. Vinifiziert wird in Edelstahltanks, traditionellen großen Eichenfässern und in Barriques. Die Flaschenabfüllung erfolgt im Februar oder März. In der Flasche darf der Wein noch etwas nachreifen, bevor es dann in den Verkauf geht. Von dieser Regel weichen ein paar Weinsorten der Castellari Bergaglio ab. So wird der "Pilin"-Wein aus zum Teil auf Holzgestellen angetrockneten Trauben erzeugt und altert über Monate im Barrique. 

Familie Bergaglio und das Weingut im "Ziegelofen"

Castellari Bergaglio wurde als Weingut der Familie Bergaglio 1890 an der Stelle gegründet, an der es sich heute noch befindet. Damit gehört es zu den ältesten als Weingut bis heute arbeitenden Betrieben der Region Gavi und der Gemeinde Tassarolo. Der Name leitet sich vom italienischen Begriff für "Ziegelbrennofen" der ehemals auf dem Gebiet des Weinguts stand und verweist noch einmal auf die lehmige Beschaffenheit der Böden. Die Azienda bekam ihre allesentscheidende Stoßrichtung durch das Winzerpaar Mario Bergaglio und Vanda Castellari. Sie waren es, die alles auf ihre Cortese-Trauben setzten und aufhörten, sie in "großen Sammelbottichen" zu vinifizieren. Mit ihnen beginnt das Zeitalter der Einzellagen, der vorsichtigen Vinifizierung, der Experimente und der besonderen Pflege der uralten Weinberge. Mario und Vanda sind die Eltern des heutigen Winzers Marco Bergaglio, der heute sagt, sein ganzes Wissen um die Vinifizierung der regionalen Trauben verdankt er seinen Vorfahren. Heutzutage ist er mit seinem Sohn Daniele für die Arbeitsphilosophie der nach seinen Eltern benannten Azienda zuständig. Stillstand ist ihnen beiden fremd, und so wird die Vinifizierung perfektioniert, ständig auf den Prüfstein gestellt und experimentiert. Marco ist es zu verdanken, dass wir das hervorragende Potenzial der alten Cortese-Sorte nun als Lagen-Weine kosten dürfen. Kein Experiment aber eine goldrichtige Entscheidung war es, die bereits von seinen Eltern praktizierte naturnahe Weinbergbearbeitung gleichfalls auf ökologische Dauer zu stellen. So wurde das Weingut Castellari Bergaglio zum fraglos einen der allerbesten Weinbetriebe der Weinregion. 

Klare Struktur für das "weiße" Portfolio von Castellari Bergaglio 

Das Portfolio der Castellari Bergaglio besteht aus sieben Etiketten, die sowohl die Abteilung stille Weißweine als auch die weißen Spumanti bedienen. Das Konzept des Weinguts der Winzerfamilie Bergaglio-Castellari ist klar: klare Terroirweine, unverwechselbare Persönlichkeiten und eindeutig zuordenbare Winzeretiketten. Flaggschiff der Castellari Bergaglio ist der weiße "Fornaci" Gavi di Tassarolo DOCG, aus Trauben der Tassarolo-Lagen, die sich durch schwere einsenhaltige Lehmböden auszeichnen. Ein ganz besonderer Weißer ist der "Pilin" Gavi di Tassarolo DOCG, dessen Trauben von den ältesten Weinparzellen des Weinguts kommen – und das heißt hier bis zu 100 Jahre. Die Trauben werden teils getrocknet und nach der abgeschlossenen Gärung in Barriques ausgebaut. Die Etiketten tragen stolz den Rufnamen des Großvaters von Marco Bergaglio, der ein ortsbekannter Winzer mit Vorliebe für echte Gavis war. 

Erwähnt werden muss auch der bisher einzige Spumante der Castellari Bergaglio, der "Ardé" Gavi DOCG, der nach der Metodo Classico gewonnen wird und einen hervorragend selbstbewussten Schaumwein ergibt. Etwas für Liebhaber von Dessertweinen ist der 12 Monate ausgebaute "Gavium" Vino Passito. Weitere Weißweine, die strickt nach Lagen vinifiziert und nach ihnen benannt werden, sind: der "Saluuvii" Gavi DOCG, der als der "Standardwein" der Azienda bezeichnet werden kann, der "Rolona" Gavi DOCG, der vielleicht der "klassischste" Wein des Sortiments ist und am besten das reine Potenzial der regionalen Cortese-Traube entfaltet. Und da sind schließlich noch die beiden tollen Lagenweine aus Trauben der Vor-Reblaus-Reben, der "Rovereto" Gavi DOCG und der Rovereto “Vignavecchia” Gavi DOCG. Zurecht der ganze Stolz des Winzers! 

  

Azienda Castellari Bergaglio

Gründungsjahr: 1890
Eigentümer: Familie Bergaglio
Önologe: Marco Bergaglio
Jahresproduktion: ca. 100.000 Flaschen
Rebfläche: c. 10 ha in ökologischem zertifizierten Anbau

Notabene: Die Azienda Castellari Bergaglio liegt in einer wunderschönen, leicht hügeligen und von Eichenwäldern noch begrünten Gegend, die an sich wert ist, bereist zu werden. Unweit des Weinguts thront auf einem schroffen Hügel über dem kleinen Ort Gavi die Festung der Republik Genua und lädt zu Erkundung ein. Genauso wie das Weingut selbst, das allerdings nur mit einer Voranmeldung (online) zu besichtigen ist.