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Frescobaldi - Pomino

Kann man über die Winzerdynastie und eine der mächtigsten Adelsfamilien Europas noch etwas schreiben, ohne gleich in Superlative zu verfallen? Eigentlich nicht. Neun Weingüter besitzen die Marchesi de’Frescobaldi mittlerweile, davon sieben in der Toskana. Hier liegen auch die Wurzeln des Adelsgeschlechts, hier haben sie in der Frührenaissance ihre finanziellen Fundamente gelegt und sich zur einflussreichsten Familie der Toskana erarbeitet. Ihr Weingut Castello di Pomino ist eines der vier Aushängeschilder neben dem benachbarten Castello di Nipozzano und den Castelli Giocondo und Castiglioni, dem ältesten Weingut der Familie (1331). Das historische Renaissancekastell di Pomino beherbergt die Weinkellerei der Frescobaldis und liegt inmitten einer herrlichen Naturlandschaft, die nicht nur aus Weinbergen, sondern auch aus Olivenhainen, Macchia sowie Kastanien- und Nadelbaumwäldern besteht. Pomino ist ein Dorf unweit von Florenz, das von der Kleinstadt Rufina eingemeindet wurde. Bei Pomino liegen die höchsten Erhebungen der Toskana, die als Weinberge von Frescobaldis bewirtschaftet werden. Das ganz besondere kühle Mikroklima und die kalksteinhaltigen Böden bringt es mit sich, dass in Pomino charakterstarke, frisch-knackige Weintrauben reifen und dank der umsichtigen, seit über 500 Jahren fundierten Anbau- und Vinifizierungsmethoden der Frescobaldis zu exzellenten Weinen ausgebaut werden. Charakteristische Düfte, große Eleganz aber auch viel Persönlichkeit zeichnen die Weine des Castello di Pomino aus – und das schon seit der berühmten Expo von Paris im Jahr 1878, wo die Pomino-Weine höchstdotierte Auszeichnungen für sich gewinnen konnten. 

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Toskana
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Pomino Bianco DOC 2019 Frescobaldi
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Castello di Pomino: Frescobaldis „Juwel“-Weinkellerei

Das Weingut Castello di Pomino der Marchesi de’Frescobaldi liegt auf einem der Hügel des Apenninenmassivs Tosco Emiliani, unmittelbar am Dorf Pomino, das zu Rufina-Gemeinde gehört. Es liegt circa 32 Kilometer östlich von Florenz entfernt. Die dazugehörigen Ländereien belaufen sich auf die enorme Zahl von 1.458 Hektar, doch ‚nur‘ 108 Hektar sind davon zu Weinbergen umgewidmet worden. Sie erstrecken sich auf Lagen zwischen 300 und 700 m. ü. M. Auf den niedrigeren Weinbergen wachsen Sangiovese- und einige andere autochthone Sorten, weiter oben werden seit dem 19. Jahrhundert internationale Varietäten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Pinot Nero, Merlot, Pinot Bianco, Pinot Grigio kultiviert. Ein eingeheiratetes Familienmitglied der Frescobaldis hat sie aus Frankreich mitgebracht und dieses kluge ‚Wagnis‘ als erster in der Toskana auf sich genommen – mit herausragenden Ergebnissen. Es heißt, diese Entscheidung sowie die umsichtigen, modernen Vinifizierungsmethoden haben der Mini-Region Pomino zur ihrer eigenen DOC-Ursprungsbezeichnung verholfen. 

Die Weinberge des Castello di Pomino sind noch in ursprüngliche Wälder und Olivenhaine, typische Gewächse wie Kiefern, Tuja, Macchia mit einigen raren Mammutbäumen eingebettet und so in gewisser Weise ‚versteckt‘. Das Terroir zeichnet sich durch tendenziell saure, das heißt kalksteinhaltige Mergelböden und besonders frisches Klima aus. Das verwundert nicht, denn die Weinberge des Castellos liegen mitunter auf den höchsten mit Wein bewirtschafteten Stellen der Toskana. Windig kann es hier sein, mit deutlichen Tag-Nacht-Unterschieden, sind aber auch mit langer Sonneneinstrahlungsdauer gesegnet. In den Wintermonaten ist es hier regelrecht kontinental-kalt. Diese Faktoren führen dazu, dass die Trauben langsam vollausreifen. Insbesondere die Internationalen fühlen sich hier wohl. Um sie in die eleganten Weine zu verwandeln, die das Label „Castello Pomino“ tragen, bedarf es neben einer peniblen Weinbergarbeit und einer vorsichtigen, selektiven Handlese auch eines erfahren Teams an Weinmachern und Önologen, die für einige spezielle Weißweine in Barrique keltern. Dass im Weinkeller des Castello die Standards der Vinifizierungstechnologie besonders hoch sind, versteht sich bei einer seit dem 13. Jahrhundert bestehenden Winzerdynastie eigentlich von selbst. Davon zeugt beispielsweise die ihrer Zeit weit vorauseilende, im späten 19. Jahrhundert von der Marchesa Leonia degli Albizzi (auch: Albizi) installierte und sich bis heute im Einsatz befindliche Umfüllanlage, die auf Basis natürlicher Schwerkraft arbeitet. Die Tenuta arbeitet zwar nicht ökologisch zertifiziert, jedoch in einigen Bereichen naturnah und auf Biodiversität bedacht. Die Tendenz dahin ist allen Frescobaldi-Weingütern eigen.

Zur Geschichte der Weinkellerei Castello di Pomino 

Das Weingut Castello di Pomino ist nach dem Kastell benannt, das um 1500 von Gherardo Silvani, einem aus Florenz stammenden Baumeister, erbaut wurde. Das Anwesen kam in die Hand der Marchesi durch die Verbindung des Frescobaldi-Zweigs mit einem der ältesten, gleichfalls mit Wein handelnden Florentiner Adelshauses. 1863 heiratete Angiolo Frescobaldi  die Erbin der Castelli di Pomino- und Nipozzano, Leonia degli Albizi, und wurde so ihr neuer Weingutsbesitzer. Sein Schwager Vittorio degli Albizi war in Frankreich aufgewachsen und widmete sich kenntnisreich dem Weinanbau sowohl auf seinem Château als auch auf den beiden Castelli. Er war es, der internationale Varietäten auf die 500 Jahre alten Weinberge von Castello di Pomino brachte und Angiolo Frescobaldi bei der Weingewinnung unterstützte. Vittorio verstarb bereits 1877 und hinterließ die gesamten beweglichen und unbeweglichen Güter seiner Schwester Leonia. Angiolo Frescobaldi führte ab da die Förderung der internationalen Varietäten weiter und brachte gewissermaßen die Früchte der innovativen Arbeit des frühverstorbenen Vittorio auf der Pariser Weltausstellung 1878 ein.

Doch lange bevor Vittorio degli Albizzi seine Modernisierungen vornahm, wurden auf den Ländereien der Großherzöge äußerst erfolgreich Weine angebaut. Belegt ist das spätestens mit dem Bau des Castellos von 1500. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in dieser Region schon lange davor Wein kultiviert wurde. Das Datum 1716 gibt von einer besonders prominenten Stelle her Auskunft über die hervorragende Qualität der damaligen Pomino-Weine, als nämlich der Großherzog von Toskana, Cosimo III. de‘ Medici, die Gegend bereiste, um sich über die Qualität der Weine und anderer Erzeugnisse zu informieren. Das Castello di Pomino gehört zu jenen vier Gütern (neben Chianti, Carmignano und Val d'Arno di Sopra), die der berühmte Reisende – selbst ein großer Kenner der Materie – als exzellent auszeichnete. Seine Qualitätsliste kann durchaus als Vorläufer der heutigen Ursprungsbezeichnungen „DOC“ („Denominazione di Origine Controllata“, kontrollierte Ursprungsbezeichnung) betrachtet werden. 

Zwar waren andere Frescobaldi-Weine seit der Renaissance auf allen europäischen Adelshöfen bekannt, doch die Pomino-Weine wurden von einer größeren Öffentlichkeit erst auf der Weltausstellung in Wien 1873 wahrgenommen, wo sie mehrfach ausgezeichnet wurden. 1878 folgte die berühmte Weltausstellung in Paris, die dem Spumante „Leonia“ und dem Vorläufer des heutigen „Benefizio“ eine Goldmedaille einbrachte. Eine besser dotierte und anerkanntere Auszeichnung gab es zum damaligen Zeitpunkt weltweit nicht! 

Das heutige Oberhaupt und Chairman des Frescobaldi-Weinimperiums ist Marchese Lamberto (Sohn von Vittorio und Bona Frescobaldi Marchi), der sich um das Pomino-Weingut zusammen mit dem 11 Kilometer entfernten Castello di Nipozzano, der feinsten Weinadresse der Marchesi, kümmert. 

Die Geschichte der Frescobaldis als Winzer reicht ins Jahr 1308 zurück, wo sie in Florenz und Umgebung als ‚Weinhändler‘ dokumentarisch zu finden sind. Die ersten Familienspuren lassen sich sogar bis ins 10. Jahrhundert zurückverfolgen, womit Frescobaldis möglicherweise die älteste, kontinuierlich nachweisbare Adelsfamilie Italiens wäre. Ihr Vermögen, ihren Adelsstand und nicht zuletzt ihre politische Macht beruht auf ihrem finanziellen Geschick sowohl als Händler als auch Bankiers in Florenz. Als Winzer sind sie seit über 700 Jahren und 32 Generationen ununterbrochen in der Toskana tätig. Sie bestimmten nicht nur die politischen und wirtschaftlichen Geschicke der Region, sondern sind bis heute Förderer der Kultur und berühmte Mäzene der alten als auch zeitgenössischen Kunstrichtungen. 

Frescobaldis versorgten seit der Renaissance die Könige von England nicht nur mit Geld, sondern ganz besonders mit Wein. Genauso wie der berüchtigte englische König Heinrich VIII. so kredenzten Kaiser Maximilian, italienische Päpste und nicht zuletzt auch berühmte Renaissancekünstler wie Donatello und Michelangelo die Frescobaldi-Weine auf ihren Banketten und Hochzeiten. Die Weingüter und Kooperationsunternehmen der Frescobaldi-Familie sind zusammengeschlossen in der Holding „Tenute di Toscana“, die insgesamt 1.012 Hektar Weinland kultiviert und über 8 Millionen Flaschen Wein jährlich produziert. Damit ist das Frescobaldi-Familienunternehmen zusammen mit Mouton-Rothschild das größte weinherstellende Unternehmen Europas. 

Das Portfolio des Castello di Pomino

Das Portfolio des Castello di Pomino umfasst zwei Weißweine (Pomino Bianco DOC, „Benefizio Riserva“ DOC), zwei Rotweine (Pomino Pinot Nero DOC, „Vendemmia Tardiva“ DOC) und einen Dessertwein, den Pomino „Vin Santo“ DOC zu bieten. Eine Besonderheit stellen die zwei Spumante „Leonia“ Rosé und Brut – nach der Ur-Ur-Großmutter Lambertos benannt –, die die feine Weinauswahl vervollständigen. Unter den stillen Weinen finden sich sowohl Lagenweine als auch Cuvées aus internationalen und autochthonen Traubensorten. Als Flaggschiff der Tenuta muss der Lagenwein „Benefizio“ bezeichnet werden, heutzutage ein reiner Chardonnay. Dieser legendäre Wein ist der ‚Nachfahre‘ jenes Weißweins, der auf der Pariser Weltausstellung die Goldmedaille erhielt. Seit 1973 werden die Trauben für „Benefizio“ auf 700 m. ü. M. geerntet, der höchsten Lage der Toskana. Darüber hinaus ist er der erste Weißwein Italiens, der in Barrique (sowohl neuen als auch gebrauchten) vinifiziert wird. Unter den italiensichen Desserweinen ist der „Vin Santo“, hergestellt aus Trebbiano, Malvasia Bianca Toscana und San Colombano, einer der berühmtesten.

Die Weißweine des Castellos, deren Trauben aus den höchstgelegenen Zonen kommen, zeichnen sich durch charakteristische, mit floralen Noten ausgezeichnete Aromen von Orangenblüten über Magnolie bis zu Zitrus. Leicht würzig, perfekt zwischen Säure und Tannine ausbalanciert, sind sie zugleich elegant und nachhaltig im Geschmack. Aber auch die Roten des Castellos können tendenziell als blumige Weine bezeichnet werden. Am Gaumen kommen leichte Bitternoten und Lakritz ins Spiel, die sich mit warmen, fruchtigen, beerigen Noten nach dunklen Waldfrüchten, knackigen Kirschen, sowie tieferliegenden Kaffee- und Tabakrichtungen paaren. Die Eleganz der Rotweine kommt mit der ihnen eigenen Frische, die durch alle unterschiedlichen Geschmacks- und olfaktorischen Richtungen die Weine charakterisiert.

 

Castello di Pomino

Gründungsjahr: ca. 1500 (Frescobaldi seit 1863)
Eigentümer: Marchesi de‘Frescobaldi
Önologe: Lamberto de‘Frescobaldi und Nicoló D‘Afflito
Rebfläche: ca. 108 Hektar in nachhaltigem Anbau

Kontakt: Castello di Pomino Marchesi de' Frescobaldi
Località Pomino, 80
50068 Rufina (FI), Italien

Tel. +39 (0) 55 8311050

E-Mail: hospitality@frescobaldi.it

Internetpräsenz: www.de.frescobaldi.com/weine/pomino-vinsanto (in De.)

Notabene:  Wussten Sie, dass hinter dem Label „Laudemio“, das besonders feines Olivenöl bietet, die Familie Frescobaldi steht? Auch das Castello di Pomino steuert hierfür Oliven bei. Das Castello ist mit Voranmeldung (eMail, online-Formular) zu besichtigen. Doch das alte Weingut bietet noch mehr: fünf äußerst geschmackvolle Unterkünfte in einer grandiosen (Wein-) Umgebung zwischen Natur, Weinkultur und florentinischer Historie. Degustationen und typische lokale Speisen, zubereitet auf höchstem Niveau, gehören mit dazu. 

Wer sich für die kritische Sicht der Weinproduktion insbesondere durch die Megahersteller, wie Frescobaldis es sind, interessiert, dem sei der Dokumentarfilm „Mondovino“ (2004) von Jonathan Nossiter empfohlen. Zu Wort kommt hier neben vielen anderen Größen der Weinbranche auch der Vizepräsident des Frescobaldi-Unternehmens, Leonardo Frescobaldi (Lambertos Onkel), der über den mit Michael Mondavi zusammen vorgenommen Einkauf der Tenuta Ornellaia, des angesehensten Weinguts Italiens, spricht.