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Colle Massari - Grattamacco

Grattamacco – Ein Maremma-Weingut mit den besten Bordeaux-Blands

Grattamacco ist ein Weingut, das bereits seit zehn Jahren zu dem mehrfach prämierten Weinunternehmen „Gruppo ColleMassari“ gehört. Es liegt unweit der toskanischen Küste, so zu sagen mit Blick auf die Inseln Elba und in weiter Ferne Korsika. Die Verortung in der Maremma spricht bereits Bände: Die Weinberge des Grattamaccos liegen südlich der mittelalterlichen Weinortschaft Bolgheri in der Appellation Bolgheri DOC und sind circa 10 Kilometer von der Tenuta San Guido entfernt, die mit dem legendären Sassicaia-Wein berühmt wurde. Die klimatisch-geologischen Vorbedingungen einerseits, aber auch der Ansporn der Winzer, hinter der Qualität der Nachbarschaftsweine nicht zurückzufallen, ist enorm. Dabei gehört Grattamacco zu den ersten Vorreitern und „Entdeckern“ der Maremma als Weinregion, denn der ursprüngliche Gutsbesitzer begann mit der Neubepflanzung und baldiger Ausrichtung auf Bordeaux-Varietäten bereits in den 1970er Jahren. Den charaktervollen, gleichwohl perfekt ausbalancierten Cuvées des Podere Grattamacco vergeben Weinexperten wie Robert Parker, James Suckling, WineEnthusiast, Gambero Rosso etc. regelmäßig weit über 90 Punkte und Drei Weingläser. 

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Berühmte Lage und ökologischer Anspruch

Podere Grattamacco ist ein 80 Hektar großes Gut, das aus 28 Hektar Weinflächen und 14 Hektar Olivenhainen besteht. Es liegt zwischen den beiden für Weinanbau berühmten Ortschaften Castagneto Carducci im Süden und Bolgheri im Norden. Die Weinberge des Poderes erstrecken sich in einer Art Senke oder Plateau auf 100 m. ü. M., wo ein spezielles Mikroklima vorherrscht, das besonders trocken und temperaturschwankend ist. Die großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht geben den hier wachsenden Weinreben die notwendigen Erholungspausen von der starken Sonneneinstrahlung und bringen frische, vollausgereifte Trauben mit sich. Die Gegend ist waldreich, circa 1.200 Hektar Wald umgeben Grattamacco, was wesentlich zum besonderen Mikroklima dieser Weinregion beiträgt. Grattamaccos Weinparzellen zeichnen sich durch drei unterschiedliche Bodenbeschaffungen aus, die wiederum die jeweilige Bepflanzung diktieren. Es gibt Weinberge mit schlammig-sandigen Böden (im nördlichen Bereich), mit Mergel-Kalk-Sand-Gemisch (im Osten) und mit Kalk-Mergel-Gemisch (im mittleren Wesen). 60 % der Gesamtfläche ist mit Cabernet-Sauvignon-Trauben bestockt, gefolgt von Sangiovese, Merlot, Cabernet Franc und Petit Verdot. Für Weißweine ist bisher ausschließlich die Vermentino-Varietät zuständig. Die Reben werden im Guyot-Erziehungssystem gezogen und im Zapfenschnitt bearbeitet. Die Bearbeitung der Weinberge geschieht naturnah, spätestens seit den 2000er Jahren ökologisch und mittlerweile mit dem offiziellen ICEA-Siegel ausgezeichnet. 

Geerntet wird händisch je nach Reifezustand der Trauben mit penibler manueller Auswahl, sodass die Lese nicht homogen für alle Weinberge gleichzeitig abläuft. Der Gärvorgang erfolgt spontan auf eigener Hefe in offenen kleinen konisch geformten Holzbottichen aus Eichenholz. Die malolaktische Gärung wird vollständig vollzogen und ist erst beendet, wenn die Weine in Barriques umgefüllt werden. Die Rebsorten werden bis zum Verschnitt mindestens 12 Monate lang getrennt vinifiziert und anschließend im Durchschnitt 18 Monate lang in französischen, neuen wie gebrauchten, Barriques ausgebaut. Nach der Abfüllung lagern die Weine des Podere Grattamacco mindestens sechs Monate lang auf der Flasche. 

Von Anfang an Spitzenweine

Podere bedeutet „Bauernhof“ und genau das war Grattamacco über mehrere hundert Jahre lang. Das dazugehörige Land war enorm groß und nahm beinahe das gesamte Tal nördlich von Bolgheri ein. Dass hier auch schon immer Wein angebaut wurden, ist zwar nicht gesichert, aber in Anbetracht er üblichen Praxis toskanischer Höfe, Weine wenigstens für die eigene Großfamilie herzustellen, ist davon auszugehen, dass Grattamacco darin keine Ausnahme machte. Verbürgt ist hingegen die offizielle Umwidmung des Bauernhofs in ein Weingut im Jahr 1977. In diesem Jahr kaufte der Weinhändler Piermario Meletti Cavallari ein Stück des weitläufigen Landes samt der Gebäude und begann das Land systematisch in Weinberge umzuwandeln. Begonnen hat er mit nur einem Hektar, der besonders gründlich aus all den anderen zu diesem Zwecke ausgewählt wurde. Auf den Weinmarkt kam das Weingut mit einem beachtlichen Jahrgang 1978 aber der eigentliche Durchbruch erfolgte erst mit dem Jahrgang 1982, einem roten Grattamacco Vino da Tavola di Castagneto, von dem Grattamacco heute noch an die fünf Flaschen besitzt. Cavallari bestockte seine nach und nach wachsenden Weinparzellen zunächst mit den für damalige Zeit üblichen regionalen Varietäten Sangiovese und Trebbiano. Es dauerte nicht lange und der Vorreiter in Sachen internationale Cuvées – die Tenuta San Guido – machte es den Nachbarn vor, wie gut internationale Rebsorten wie die Cabernet Sauvignon in dieser Gegend gedeihen und welches Potenzial in den Cuvées steckt. Mit den Erweiterungen der Produktionsfläche sowie mit dem steigenden Anspruch an die Vinifizierung selbst war auch ein neues Kellereigebäude notwendig. Die Räumlichkeiten entstanden in unmittelbarer Nähe zu den alten Gebäuden und den ersten Weinbergen des Poderes. Der Weinkeller zeichnet sich aus durch einen kompakten Barrique-Keller und einen ganz besonderen Verköstigungsraum mit einem Panoramafenster und wunderschönen Blick auf die Wein- und Hügellandschaft. 

Die nächste Qualitätsebene erkletterten die Weine des Grattamacco seit jenem Jahr als Cavallari sich dazu entschied, das Weingut zu verpachten. Den Zuschlag bekamen das Geschwisterpaar Claudio Tipa – ein italienisch-schweizerischer Pharmaunternehmer – und Maria Iris Tipa Bertarelli. Claudi und Maria Iris haben bereits 1998 mit dem 740 Hektar großen Gut ColleMassari angefangen, eigene Weine in Montecucco DOC (unweit von Montalcino) zu vinifizieren. Das taten sie so erfolgreich, dass sie es an anderen interessanten Orten der Toskana wiederholen wollten. 2002 kam Grattamacco und 2011 das Weingut Poggio di Sotto in Montalcino gefolgt von der Tenuta San Giorgio in Castelnuovo dell’Abate dazu. Mit den vier Standorten haben die Geschwister Tipa sich die besten Weinlandschaften der Toskana gesichert und produzieren beachtliche Brunellos, Sangioveses sowie besondere internationale Cuvées „made in Toscana“. 

Nachdem Meletti Cavallari das Gut zunächst nur verpachtete und selbst im guteigenen Landhaus wohnte, ist das Podere Grattamacco mittlerweile in den Besitz der Familie Tipa übergegangen.

Podere Grattamacco gehört zu den ältesten Neugründungen der Bolgheri-Region und ist gleicherweise mit das älteste, das dem Beispiel der berühmten Nachbarin folgte und das auch noch vor Ornellaia. Die Geschwister Tipa beschäftigen auf Grattamacco ein festes Team von neun Mitarbeitern, vier davon sind für die ständige Betreuung der Weinberge zuständig. Deren Führung übernimmt der Kellermeister und Önologe Maurizio Castelli zusammen mit dem Chef-Önologen des Weinunternehmen „ColleMassari Gruppe“, Luca Marrone, der alle Weingüter der Wein-Gruppe betreut. 

Rot ist Trumpf bei Grattamacco 

Vier Weinsorten bietet das Podere Grattamacco in seinem kleinen aber gut aufgestellten Portfolio (Stand 2021). Im Angebot stehen drei Rotweine – „Bolgheri Rosso“, „Bolgheri Rosso Superiore“, „L’Alberello“ – und ein Weißwein. Während die roten Cuvées Verschnitte internationaler Sorten sind, ist der Weiße eine reinsortige Ausgabe des Vermentinos aus dem Bolgheri DOC. Wer bei diesem „Vermentino“ einen der üblichen Aperitivo erwartet, wird möglicherweise enttäuscht sein, denn der „Grattamacco Vermentino“ Bolgheri DOC ist ein reinrassiger, ein körperlicher Weißer mit viel Frische und Saftigkeit. Aromen wie Limetten treffen auf Rosmarin und harzige Töne, was den Wein sowohl frisch als auch charakterstark macht. 

Die Rotweine der Grattamacco sind toskanische Bordeaux-Interpretationen und von ebensolchen Granatrot im Glas. Der „L’Alberello“ ist ein Cuvée aus 50 % Cabernet Sauvignon und 45 % Cabernet Franc, der Rest vervollständigt Petit Verdot, was wiederum einen opulenten, intensiven Roten mit viel Komplexität und bestens eingebundenen Tanninen ergibt. Reife Brombeeren, säuerliches Cassis, etwas Kaffeebohne bringen den Kick am Gaumen und in der Nase. 

Das Flaggschiff des Weinguts ist der „Grattamacco Bolgheri Superiore DOC“, ein seidiger und hervorragend strukturierter Cuvée aus 65 % Cabernet Sauvignon, 20 % Merlot und 15 % Sangiovese.  Ein Bouquet aus Waldbeeren, Cassis und pfeffrigen Noten wird durch tieferliegende Nuancen von Zedernaromen, Harz und Rosmarin aufgewertet und gibt dem ausgewogenen und smoothigen Wein seine Exquisität. Bei diesem wie auch bei seinem kleineren Bruder, dem Einsteigerwein von Grattamacco, dem „Bolgheri Rosso“ (50 % Cabernet Sauvignon, 20 % Cabernet Franc und Merlot, 10 % Sangiovese), sprechen die Experten von einem „großen Maremma-Wein“ – zurecht! Weinkritiker bewerten alle Weine der Grattamacco mit Punktauszeichnungen von 91 bis 96 bzw. mit Drei Weingläsern und sprechen in höchsten Tönen von den Qualitäten eines jeden der charakterstarken Weintypen. Die Auszeichnungen klettern unaufhaltsam die Bewertungsskala nach oben…

 

Grattamacco  

Gründungsjahr: 1977
Eigentümer: Claudio Tipa und Maria Iris Tipa Bertarelli (Geschwister)
Önologen: Maurizio Castelli und Luca Marrone
Jahresproduktion: ca. 120.000 Flaschen
Rebfläche: 38 Hektar in ökologischem, ICEA-zertifiziertem Anbau

Notabene: Das Weingut kann nach Voranmeldung (Online-Formular, eMail) besichtig werden. Besichtigung beinhaltet 2 Degustationsweine und ist zum festen Preis zu buchen. Besonders stimmungsvoll ist die Aussicht aus dem Degustationsraum des Podere Grattamacco auf die Weinebene zwischen den Hügeln. Der Blick schweift nicht nur über die hauseigenen Areale, sondern auch über die der Sassicaia, Ornellaia und Masseto. Das Gut produziert darüber hinaus auch einen Grappa und ein feines Olivenöl.