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Penfolds

Penfolds Estate – Legendäre Weine und das BIN-System aus Down Under

Alle Weinkenner der Welt werden das australische Weingut Penfolds kennen, dessen Mutterhaus in Magill in der Nähe von Adelaide liegt. Die Etiketten des Penfolds Estate zählen zu den besten der Welt und ganz sicher zu den allerbesten Australiens. Legendär ist – und das schon seit den 1950ern – der "Grange Hermitage", der mittlerweile "Penfolds Grange" heißt und ein Premiumwein aus der australischen Klassikersorte, der Shiraz (Syrah), ist. Der Wein reift in amerikanischen Eichenfässern für 21 Monate und wird anschließend zum sagenhaften Blend verbunden. Es heißt, das Geheimnis des Geschmacks liegt in der separaten Ernte und ebensolcher Vinifizierung sowie dem geheimen "Final Blend". Das ist sicherlich nicht falsch, doch viel zu kurz gegriffen. 

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Grange BIN 95 2017 Penfolds GEPA
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BIN 150 Marananga Shiraz 2018 Penfolds
84,95 €

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N E U
BIN-138-Shiraz-Grenache-Mataro-2018-Penfolds
BIN 138 Shiraz Grenache Mataro 2018 Penfolds
38,50 €

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St. Henri Shiraz 2017 Penfolds
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BIN 389 Cabernet Shiraz 2018 Penfolds
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BIN 389 Cabernet Shiraz 2020 Penfolds
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N E U
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Grange BIN 95 2018 Penfolds
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N E U
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BIN 389 Cabernet Shiraz 2019 Penfolds
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BIN 28 Kalimna Shiraz 2020 Penfolds
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Yattarna-BIN-144-Chardonnay-2018-Penfolds
Yattarna BIN 144 Chardonnay 2018 Penfolds
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St. Henri Shiraz 2016 Penfolds
117,00 €

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N E U
Penfolds-RWT-BIN-798-Shiraz-2017
RWT BIN 798 Shiraz Barossa Valley 2017 Penfolds
159,00 €

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Grange-BIN-95-2017-Penfolds
Grange BIN 95 2017 Penfolds
749,00 €

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998,67 € / 1 L
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Das Penfolds Estate in Magill entwickelte sich in den 170 Jahren seines Bestehens von ca. 10 über 25 Hektar auf mittlerweile gut 500 Hektar Weinland im Jahr 2022. Dass hier keine Massenware "made Australia" erzeugt wird, dafür sorgt nicht zuletzt der Chef-Önologe und Weinmacher des Megaunternehmens Peter Gago. Der studierte Naturwissenschaftler hat geradezu eine fanatische Vorstellung von Niveau und Qualität, die er in jedem seiner Produkte verwirklicht sehen will. Er arbeitet eng mit sieben für Penfolds unter Vertrag stehenden Önologen zusammen, die jeweils Spezialisten auf einem bestimmten Gebiet des Weinmachens sind. So schafft man trotz der Menge – Penfolds bringt 1,4 Millionen Flaschen jährlich auf den Markt (was bei der Nachfrage und den Möglichkeiten doch nicht zu viel ist) – Premiumweine von herausragendem Ruf. Unzählige Preise, Auszeichnungen und himmelhochlobende Kritiken können die Penfolds-Weine für sich verbuchen. Darunter befinden sich neben der Legende "Grange" auch Schätze wie "Koonunga Hill Shiraz Cabernet", "Shiraz Mourvèdre" und so manches superrare "BIN"-Etikett (dazu später mehr). Die Erstklassigkeit spiegelt sich zum Leidwesen der Weinliebhaber auch in den Preisen wider. Und noch etwas: Die Penfolds Fahnenträger haben eine Eigenheit, die dem einen Freud, des anderen Leid ist. Sie sind unglaublich langlebig und gleichzeitig brauchen sie ihre 20 und mehr Jahre um ihre volle Trinkigkeit zu entfalten. Das macht sie zu echten Investitionsobjekten, die entsprechend horrende Preise auf Weinauktionen erreichen und damit grundsätzlich den Einkaufspreis in luftige Höhen treiben. Penfolds produziert jedoch auch erschwinglichere Weine, deren Qualitäten ganz außerordentlich sind. Bei Penfolds Weinen gilt es auch, den richtigen Riecher zu haben, um die anfangs noch erschwingliche Etikett zu ergattern, die wenig später schon unerschwinglich sein könnte… 

Down-Under-Weine haben einen Namen: Penfolds 

Das Weingut, von dem jeder Weinliebhaber wenigstens gehört hat und eigentlich auch einen seiner Flaggschiffe probiert haben müsste, liegt seit seiner Gründung im 19. Jahrhundert östlich von Adelaides Zentrum in Magill, das mittlerweile mit der kosmopolitischen Großstadt zusammengewachsen ist. Penfolds besitzt insgesamt 500 Hektar Weinland und betreibt zwei separate Weingüter mit den besten Weinlagen Australiens: das Stammhaus Magill Estate und das Weingut in Nuriootpa, das im Barossa Valley liegt. Doch das ist noch nicht alles. Penfolds stehen Weinberge von insgesamt 2.000 Hektar Größe zur Verfügung, die teils gepachtet sind, teils von den gut 200 unter Vertrag stehenden Winzern zusammengebracht werden. Die Vertragswinzer arbeiten nach strengen Regeln, die von Penfolds Spezialisten überprüft werden. Sie beliefern das Weinunternehmen ausschließlich mit kontrollierten und entsprechend erstklassigen Weintrauben. Im Gegenzug stehen ihnen Experten und das Know-How eines reichen Partners zur Verfügung, der auch Ausfälle mitträgt und die Weinbauern entsprechend entlasten kann. 

Penfolds gehört eine Reihe von besten Weinberglagen Australiens, zu denen an erster Stelle das Magill Estate in Adelaide selbst zu zählen ist. Hier wird ausschließlich die Shiraz (Syrah)-Rebsorte angebaut und hier entstehen einige die Flaggschiffe des Unternehmens. In Barossa Valley besitzt Penfolds so herausragende Weinberge wie "Kalimna", wo Shiraz, Cabernet Sauvignon, Mourvèdre und Sangiovese wachsen, "Koonunga" mit Shiraz und Cabernet Sauvignon, gefolgt von "Waltons" mit Shiraz, Cabernet Sauvignon und Mourvèdre sowie dem "Stonewell"-Weinberg, der mit Shiraz und Cabernet Sauvignon bestockt ist. Die beiden alten Weinregionen Magill und Barossa Valley werden ergänzt durch das Eden Valley mit der Top-Lage "Coonawarra" (Shiraz, Cabernet Sauvignon), gefolgt von "McLaren Vale" (Shiraz, Grenache, Cabernet Sauvignon) und "High Eden", wo insbesondere 'die Franzosen' wachsen: Riesling, Spätburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc. 

So manchen Weintrinker wird es vielleicht verwundern, zu erfahren, dass Penfolds sich von dem international anerkannten und vielmals beschworenen Stil der französischen Lagenweine, der "Crus", losgelöst hat. Bei Penfolds wird nach "Block" (einzelner Weinberg), nach "Subregion" (einzelne Region/Unterregion) oder nach "Multi-Region" (unterschiedliche Regionen) vinifiziert und klassifiziert. Also weit und breit keine "Single Estate" Etikettierung. Der weltberühmte "Penfolds Grange" Wein ist sogar ein "multiregionales Erzeugnis". Die Penfolds Chef-Weinmacher sprechen dabei von drei unterschiedlichen Stilen ihrer Weinherstellungsphilosophie. Da wären die Einzelblock-Weine, die dem Terroir des jeweiligen Ortes verpflichtet sind, gefolgt von den Regionsweinen und den Unterregionsweinen, die Ausdruck einer größer gefassten, regionalen Typizität sind. Bei Penfolds heißt es dazu: "Diese Weine stehen für ihren optimierten regionalen Charakter und mikroklimatische Varianten wie Boden, Drainage und Erscheinung." Die Assemblage von Weinen aus mehreren Regionen, aber auch das Verschneiden mehrerer Weinsorten miteinander prägt den eigentlichen "Haus-Stil" von Penfolds, wie man es bei "Grange" sehen bzw. schmecken kann, der neben Shiraz zu 13 % aus Trauben der Cabernet Sauvignon besteht. Penfolds bezeichnet das die "Blending-Philosophy" und meint damit auch einen Stil, der über die Jahrgänge hinweg möglichst konstant bleiben soll und mit einem unverkennbaren Wiedererkennungsmerkmal behaftet ist. 

Die BIN-Erfindung, die zu Philosophie wurde

Etwas Besonderes in der Herstellung der Penfolds-Weine ist die sogenannte "BIN"-Bezeichnung. Dahinter verbirgt sich ein System, das 1962 von Max Schubert in der Kellerei des Penfolds eingeführt wurde. Man spricht auch von der "Chargen-Identifikationsnummer". Dabei handelt es sich um durchnummerierte Weinfässer, die "Bins", aus denen ihr Erfinder echte Qualitätskategorien ableitete. Die BIN-Nummer entspricht einer ganz bestimmten Stelle im Weinkeller. An der jeweiligen Stelle wird immer ein bestimmter Wein aus einer bestimmten Region oder Subregion oder einem Block gelagert. Die BIN-Nummer verweist zwar auf den Standort, doch damit auch auf das jeweilige Mikroklima dieser Lagerungsecke innerhalb des Kellers und auch auf die Größe des Fasses. Max Schubert schwebte bei diesem System, ähnlich dem der naturwissenschaftlichen Qualifizierungen von Pflanzen und Tieren nach Gruppen und Familien,  eine, wie er sagte "Dynasty of Wines" vor. Damit meinte er 'Weinfamilien' von sich voneinander unterscheidenden quasi genetischen Merkmalen und Charaktereigenschaften. Zwar spielt bei der Entfaltung des Weinstils der jeweilige Jahrgang auch eine Rolle, doch gerade die Idee hinter den BINs soll den Wein vom Jahrgang unabhängig machen. Dieses auf Max Schubert zurückgehende Systems führt dazu, dass die Penfolds Etiketten sowohl die BIN-Nummer, den Jahrgang und gegebenenfalls die Weinbergbezeichnung oder die Region führen.

Die BIN-Weine stellen eine eigene Unterkategorie oder 'Sorte' innerhalb des Penfolds-Portfolios da, denn sie garantieren eine bestimmte Qualität und Eigenheit und das über Jahrzehnte ihrer Herstellung hinweg. Ohne Frage, die BIN-Bezeichnung kann einen darin nicht bewanderten Weinkäufer verwirren. Unter den mit einer BIN-Nummer versehenen Weinen, die sich besonderer Wertschätzung erfreuen, ist die "BIN 389" hervorzuheben. Das sind Weinfässer, in denen zuvor die "Grange"-Weine gelagert wurden, weswegen man sie auch als "Baby Grange" bezeichnet. Weine mit der "BIN 138"-Nummer stammen wiederum aus Coonawarra, wohingegen die "BIN 407" sich durch einen als typisch-australisch bezeichnenden Stil auszeichnet. Und da wären auch noch die exklusivsten BINs zu erwähnen, jene, die nur in herausragenden Weinjahren produziert werden und "Special BIN" heißen. Zu ihnen zählt die Nummer  "BIN 60 A" von 1962, ein Wein, der eine ganz besondere Berühmtheit wurde und als der bedeutendste Rotwein Australiens gilt. Legendär ist auch die "BIN 2" (BIN 2 Shiraz Mourvèdre), der den ersten BIN-Wein überhaupt darstellt. 

Abschließend muss noch erwähnt werden, dass diese spezielle Kategorisierung, die Max Schubert für Penfolds erfand, von anderen Weingütern übernommen wurde, so dass sie kein Alleinmerkmal der Penfolds-Weine mehr ist.

Vom Doktor zum Medizinmann für Weingenießer

Die australische Geschichte der Familie Penfold nimmt ihren Lauf, wie für viele andere Australier, in Großbritannien. Doch die wenigsten der Auswanderer haben ihre Laufbahn als Arzt begonnen, um in der neuen Heimat aus Wein Medizin zu machen. Die Penfolds taten es 1844. Christopher Rawson Penfold, ein approbierter Arzt aus London, und seine Ehefrau Mary Penfold, geborene Hold, kauften 1844 mit wesentlicher finanziellen Hilfe ihrer Verwandtschaft ein großes Anwesen von 200 Hektar am Fuße des Mount Lofty Ranges in Mackgill (heute: Magill). Sie bauten ein Steincottage und nannten es "The Grange", nach der Heimat Mary Penfolds. Die Idee hinter dem Erwerb war gewissermaßen medizinischen Ursprungs. In Magill sollte ein Weingut entstehen, dass Weine als Tinkturen zu heilmedizinischen Zwecken produzierte. Daher erwarb Christopher Penfold in Frankreich Rebstöcke, die er heil nach Magill brachte. Beide Eheleute glaubten an die heilende Kraft von Weinauszügen, die insbesondere gegen Anämie helfen sollte. Beide arbeiteten an einer entsprechenden Tinktur, die Christopher Penfold in seiner Praxis in Adelaide seinen Patienten verabreichte. Die ersten Weine, die The Grange produzierte, waren daher weniger Tafelweine und mehr konzentrierte Tonika, den Portweinen und Sherrys nicht unähnlich, die übrigens bis ins frühe 20. Jahrhundert zu den bevorzugten Weinen der Britten gehörten. Tatsächlich wurden die Penfolds damit zunehmend bekannt. 

Nach dem frühen Tod des Gründers im Jahr 1870 – Christopher verstarb an einer nicht weiter benannten, langwierigen Krankheit im Alter von 59 Jahren – übernahm seine Witwe Mary Penfold das Weingut und verändert sukzessive die Weinproduktion, wenn auch das Weintonikum noch lange Zeit eine wichtige Rolle in der Vermarktung spielte.

Sagenhafte 48 Jahre managte sie The Grange und das Penfold-Unternehmen. Sie gehört leider zu jenen wenn nicht ganz vergessenen, so doch stark unterschätzten Figuren in der Geschichte des australischen Weins. Unter ihrer Regie – und das schon zu Lebzeiten ihres Ehemannes – vergrößerte sich das Weingut zum ersten Mal, wobei die Sherry- und Portweinproduktion wesentlich an Bedeutung bekam. Daneben wurde zunehmend mehr Tafelweine produziert, während das Weintonikum immer mehr zum Randsegment wurde. Mary Penfold erweiterte das Rebensortiment um Grenache, Verdelho, Mataro (Mourvedre), Frontignac und Pedro Ximenez. 

Es dauerte dann nicht allzu lange bis das Penfold-Weingut eine große Bandbreite an Weinen produzierte, zu denen sowohl Dessertweine als auch trockene Rote und Weiße gehörten. Die umtriebige Weingutbesitzerin experimentierte sowohl mit den Weintrauben als auch auf dem Gebiet der Schädlingsbekämpfung. Auf ihr Bestreben hin haben damals moderne Vinifizierungsverfahren in den Penfold-Weinkeller ihren Weg gefunden, wobei den Blends immer mehr Bedeutung zukam. Mary Penfolds Weine alterten mehrere Jahre im Fass, bevor sie unter ihrer persönlichen Aufsicht assembliert wurden. Ihr zur Seite stand der Kellermeister und Weinmacher Joseph Gillard, doch es heißt, dass es am Ende ihr Geschmack und ihr Urteilsvermögen waren, die die Weinproduktion der Penfolds Weine bestimmten. Während der australische Weinmarkt und Weinbedarf sich in den späten 1870er und 1880er Jahren rasant auszuweiten begann, war Mary Penfold eine der wichtigsten Pionierin dieses Geschäfts. 1884, 68-jährig, ging sie in den Ruhestand. Sie verstarb 1896. 

Als ihre Tochter Georgina zusammen mit ihrem Ehemann Thomas Hyland das Weingut 1884 übernahmen, bestanden die bewirtschafteten Weinberge aus über 25 Hektar und produzierten annährend 500.000 Liter Wein jährlich! Da war das Tonikum längst vergessen, dafür aber die Produktion von Tafelweinen und Portweinen in einem 2:1 Verhältnis eingespielt. Ihre Nachfolger wurden ihre beiden Söhne und die beiden Töchter, allen voran Inez Penfold Hyland, die noch zu Lebzeiten von Mary Penfold ihr im Weingut zur Seite stand. 

Große Veränderungen passierten in den 1920er Jahren als das Unternehmen in eine Gesellschaft umgewandelt wurde und sich um größere Lagen in New South Wales (Hunter Valle), in Barossa Valley und dem McLaren Vale, beide in South Australia, erweiterte. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs entschied sich das weiterhin familiengeführte Unternehmen, die Tafelweine zugunsten der Portwein/Sherry-Produktion herunterzufahren, was der gestiegenen Nachfrage aber auch der einfacheren Exportwege (Lagerung) geschuldet war. 1962 ging Penfolds an die Börse, doch die Penfold-Familie konnte bis 1976 Mehrheitshalter verbleiben.

Die Meilensteine des Penfolds Unternehmens, so wie wir seine Weine bis heute kennen, wurden in den 1950er und 1960er Jahren gelegt. Die Nachkriegsjahre von Penfolds prägte Max Schubert, der schon vor dem Krieg als junger Mann bei Penfolds im Weinkeller arbeitete und sich sukzessive zum ersten Weinmacher und Kellermeister fortentwickelte. Es ist nicht übertrieben, zu sagen, dass die weltweite Bekanntheit des Penfolds wesentlich ihm zu verdanken ist. Max Schubert war bereits als Soldat während des Zweiten Weltkriegs in Europa stationiert, doch seine allesentscheidende Weinreise finanzierte ihm die Familie Penfold in den späten 1940ern. Sein Anliegen war zunächst, mehr über die Sherryproduktion zu erfahren. Was er jedoch nach Magill mitbrachte, war die Machart der Bordeaux-Weine! 

Der erste Schritt in die richtige Richtung war für das Weinunternehmen die erneute Konzentration auf die Tafelweinproduktion, während die Sherrys und Portweine sukzessive reduziert wurden. Schubert war es, dem der Jahrhundertcoup gelang: die Erfindung des "Grange Hermitage" aus den Shiraz-Trauben (ab 1990 "Grange"). 1951 kam der erste Jahrgang des "Grange Hermitage" auf den Markt, womit Schubert den ersten bedeutenden Wein des Weinguts kreierte, der schon bald ganz Australien und später die Welt erobern sollte. Im Jahr 1951 schien das noch kaum vorstellbar, denn die Kritik und die Weintrinker des Landes waren alles andere als überzeugt. Trotz der vernichtenden Kritik und der eindeutigen Weisung der Familie Penfold, von weiteren Jahrgängen des Weins abzusehen, war Schubert von seiner Kreation überzeugt und unternahm weitere Vinifizierungsexperimente damit. Ohne seine harneckige Überzeugung wäre die Weinwelt um eine Sensation ärmer: Schon der Jahrgang 1953 war eine Sensation, der 1955er Jahrgang spielte 50 Goldmedaillen ein und der 1971er Jahrgang gewann auf der Pariser Weinolympiade in der Kategorie "Shiraz". Das weltweit tonangebende Weinmagazin "Wine Spectator" verlieh dem "Grange" von 1990  die renommierte Auszeichnung "Wein des Jahres"– und machte ihn mit einem Schlag weltberühmt. 

Doch der geniale Weimacher Max Schubert ruhte sich nicht auf den Lorbeeren aus. Ende der 1950er, Anfang der 1960er Jahre begann er sowohl die Weinberge umzustrukturieren als auch den Weinkeller zu modernisieren. Im Zuge der Reformen schuf er wie nebenbei ein neuartiges Lagerungssystem von Rotweinen, das er "BIN" nannte. Es ist ein System von durchnummerierten Fässern, die über die Qualität, vor allem aber über den Stil des Weins Aufschluss geben sollen. Schubert verabschiedete sich 1973 von seiner aktiven Zeit bei Penfolds, sein Weinmachergeist lebt aber bis heute in den Penfolds-Weine weiter. 

Das steigende nationale und internationale Renommee des Penfolds läutete gleichwohl das Ende des Weinguts als familiengeführtes Unternehmen. 1976 übernahm als erster die Brauerei Tooth & Co. aus New South Wales. Es folgten: Adelaide Steamship Co. (1982), South Australia Brewing (1990) und wenig später die Southcorp Group mit der zusammen Penfolds im Jahr 2005 an die Foster's Group ging. Die Foster's Group hatte bereits viel in australische und internationale Weingüter investiert und kannte sich in dem Geschäft bestens aus. Zu ihr gehörten so namenhafte Unternehmen wie Wolf Blass, Lindeman's, Rosemount, Seppelt und eines der ältesten Weingüter Kaliforniens, das Weingut Beringer, das 1876 zwei deutsche Brüder gegründet haben. 

Forster's Group entschied im Jahr 2011, die groß gewordene Weinspalte aus ihrer Unternehmensgruppe auszuscheiden und das Subunternehmen Treasury Wine Estates Ltd. zu gründen, zu der es bis heute gehört (Stand 2022). 

Penfolds Portfolio: Weine für Sammler und Investoren

Das Portfolio des Penfolds Estate hat seit seinem Bestehen viele verschieden Weine hervorgebracht und viele davon sind lange vom Markt beziehungsweise aus der Produktion verschwunden. Vordergründig ist Penfolds für seine Rotweinproduktion berühmt, daneben produziert es in geringerer Stückzahl hervorragende Weißweine und einige Dessertweine. Das Fundament des Erfolgs stellen die Shiraz-basierte Weine: kraftvolle, opulente, gleichwohl aber auf den Punkt gebrachte Rotweine mit viel Entfaltungspotential, bei denen der Assemblage – oder der "Blend" – Faktor eine große Rolle spielt.

Penfolds "Grange"-Weine werden von vielen Weinkennern als "Sammlerstücke" betrachtet, denn die Jahrgänge und BINs stellen auf Weinauktionen so manchen Rekord auf. Doch Penfolds hat noch andere Schätze im Portfolio – nicht nur in seiner Vintage-Abteilung. Was die Flaggschiffe des Weinunternehmens so begehrenswert für Sammler macht, ist natürlich ihre herausragende Geschliffenheit aber auch ihre staunenswerte Langlebigkeit. Das macht sie für Investoren interessant, die bei aller Liebe für edle Tropfen, diese nicht zuletzt als Geldanlage betrachten. Faktoren, die diese Entwicklung begünstigen, liegen in den Penfolds-Weinen, wie da wären: die außerordentliche Qualität der Weine, ihre Rarität oder Knappheit, die absolute Alterswürdigkeit und natürlich die Noten, die die Experten der Weinbranche ihnen attestieren. 

Penfolds "Grange" haben in fast allen ihren Jahrgängen hervorragende Benotungen bekommen und ihr Alterungspotential unter Beweis gestellt, denn die von Max Schubert komponierten Weine aus den 1950er und folgender Jahrgänge leben tatsächlich noch und sind hervorragende Tropfen! Legendär ist der Jahrgang 1976, der von Robert Parker 100 Punkte bekam, gefolgt von dem 2010er, dem Tyson Stelzer gleicherweise 100 Punkte gab. Andrew Caillard machte den Jahrgang 2012 mit der Vergabe von 100 Punkten berühmt, und der "Grange" 2013 erreichte die 100-Punkte-Messlatte von Robert Parker! Dass bereits der erste Jahrgang des "Grange Hermitage" von 1951 missverstanden wurde und der Zeit weit voraus war, bewies dann der nachfolgende Jahrgang 1953, dem Jancis Robinson 20 von 20 Punkten gab. 

Zu den Block-Weinen (Einzellagen), die das Terroir hervorheben, zählen beispielsweise solche Vorzeigeweine wie "Magill Estate Shiraz", "Kalimna Block 42" Cabernet Sauvignon, "Cellar Reserve Kalimna Block 25 Mataro" und " BIN 170 Kalimna Shiraz ". Regionsweine mit dem ganz besonderem Etwas sind – um nur einige zu nennen –  der "RWT Barossa Valley Shiraz", " BIN 128 Coonawarra Shiraz", "Reserve Bin A Adelaide Hills Chardonnay", "BIN 150 Marananga Shiraz" und "BIN 23 Adelaide Hills Pinot Noir". 

Berühmt wurde Penfolds jedoch tatsächlich mit seinen Multi-Region-Blendings wie den schon mehrfach genannten Penfolds "Grange" aber auch " BIN 98 Quantum", "Yattarna", " BIN 389 Cabernet Shiraz" oder dem "Grandfather Rare Tawny".

 

Penfolds

Gründungsjahr: 1844
Eigentümer: Treasury Wine Estates (Untergruppe der Foster's Group)
Önologe und Chef der Weinmacher: Peter Gago
Jahresproduktion: 1,4 Millionen Flaschen
Rebfläche: 500 Hektar eigene Weinberge in konventionellem Anbau

Notabene: Wer das Mutterhaus des Estate Penfolds in Magill besuchen kann, sollte es auf jeden Fall tun, schließlich gehört es zu den renommiertesten der Welt und den ältesten Weingütern Australiens! Gleich zwei feine Restaurants warten hier mit minimalistischen "contemporary" Menüs für Lunch und Dinner. Aber auch mit einer herrlichen Aussicht – entweder auf die historischen Weine des Guts oder auf das Anwesen selbst. Auch das Weingut im Barossa Valley öffnet seine Kellertüren für Besucher. 1911 erbaut feiert dieser Weinkeller sein gut hundertjähriges Bestehen in der renommiertesten Weingegend Australiens. Das ganz besondere Surplus dieses Ortes ist nicht die geführte Tour durch die Weine und Keller, sondern die Möglichkeit, für eineinhalb Stunden in dieser historischen Location einmal selbst Winemaker zu sein. Schaffen Sie Ihren eigenen Blend aus Grenache, Shiraz und Mataro! Ihr persönlicher Wein wird anschließend professionell in Flasche abgefüllt, die Sie später mit Freunden genieße können.