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Produkte von Valentini

Weine aus Abruzzen sind nicht so „Ihr Ding“? Dann haben Sie wahrscheinlich noch nicht den richtigen Trebbiano- oder Montepulciano-Wein getrunken. Und der „Richtige“ ist mit Sicherheit ein Valentini-Wein. Der Winzer und sein Wein kommen aus Loreto Aprutino, einer kleinen Ortschaft voller uralter Gemäuer und einem historisch wertvollem Castello, gehören zu dem wirklich echten Kult in den weltweiten Weinsphären. Aber ist der Hype, der seit ein paar Jahren in der Szene darum gemacht wird, auch nach dem Tod des legendären Winzers Edoardo Valentini berechtigt? GAMBERO ROSSO, das tonangebende italienische Fachmagazin, meint auf jeden Fall: Ja, macht das Anwesen zum „Weingut des Jahres“ 2011 und vergibt seinen Weinen dauernd 3 Weingläser, genaugenommen über 11-mal. Das bedeutet schon etwas. Dabei werben die Valentinis kein bisschen für ihre Weine. Man könnte meinen, das Gegenteil ist der Fall, denn die Öffentlichkeit wird gemieden, ganz im Sinne von Edoardo Valentini, und erstrecht die Weinmessen. Es liegt auf der Hand, dass der eine oder andere den Valentinis Arroganz und Ruppigkeit nachsagt. Weinkenner, die das Glück hatten, den Winzer-Senior oder Junior persönlich kennenzulernen, behaupten jedoch, dass es da auch ein „zweites Gesicht“ gäbe. Niemand hat jedoch etwas Zweifelndes über die Außergewöhnlichkeit der Valentini-Weine verlautet. 

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Weine aus Abruzzen sind nicht so „Ihr Ding“? Dann haben Sie wahrscheinlich noch nicht den richtigen Trebbiano- oder Montepulciano-Wein getrunken. Und der „Richtige“ ist mit Sicherheit ein Valentini-Wein. Der Winzer und sein Wein kommen aus Loreto Aprutino, einer kleinen Ortschaft voller uralter Gemäuer und einem historisch wertvollem Castello, gehören zu dem wirklich echten Kult in den weltweiten Weinsphären. Aber ist der Hype, der seit ein paar Jahren in der Szene darum gemacht wird, auch nach dem Tod des legendären Winzers Edoardo Valentini berechtigt? GAMBERO ROSSO, das tonangebende italienische Fachmagazin, meint auf jeden Fall: Ja, macht das Anwesen zum „Weingut des Jahres“ 2011 und vergibt seinen Weinen dauernd 3 Weingläser, genaugenommen über 11-mal. Das bedeutet schon etwas. Dabei werben die Valentinis kein bisschen für ihre Weine. Man könnte meinen, das Gegenteil ist der Fall, denn die Öffentlichkeit wird gemieden, ganz im Sinne von Edoardo Valentini, und erstrecht die Weinmessen. Es liegt auf der Hand, dass der eine oder andere den Valentinis Arroganz und Ruppigkeit nachsagt. Weinkenner, die das Glück hatten, den Winzer-Senior oder Junior persönlich kennenzulernen, behaupten jedoch, dass es da auch ein „zweites Gesicht“ gäbe. Niemand hat jedoch etwas Zweifelndes über die Außergewöhnlichkeit der Valentini-Weine verlautet. 

Die Abruzzen der Winzerfamilie Valentini

Das Valentini-Anwesen befindet sich in der kleinen Ortschaft Loreto Aprutino, das in der bergig-hügeligen Gegen von Pescara, nahe der italienischen Adria liegt. Hier verfügt die Familie Valentini, die ununterbrochen seit 17. Jahrhundert Weine herstellt, insgesamt über 200 Hektar Land. Für Wein sind bisher 63 Hektar reserviert, die sich seit der neuen Klassifizierung der Appellation „Colline Teramane“ in ihrer DOC-Anbauzone befinden. Hier wachsen ausschließlich Trebbiano d‘Abruzzo und Montepulciano d‘Abruzzo. Die Reben haben ein Durchschnittsalter von gut 50 Jahren, somit liefern sie eine geringe Ertragsmenge, die an sich schon Qualitätsregulierend ist. Die angewandte Erziehungsmethode ist die Tendone, auch Pergola genannt. Bei diesem schon seit der griechischen Antike verwendeten System werden die Triebe auf horizontal hochgestelzte Stangen geführt, so dass sie eine Art Dach (Pergola) ausbilden. Dieses Erziehungssystem ist ideal für heiße, sonnenreiche Gegenden. Die Pflanze selbst spenden sowohl den Weintrauben als auch dem Boden Schatten und schütz beide vor der Austrocknung. Es entspricht der puristischen Idee der Weine aus dem Hause Valentini, dass auch die Weinberge biologisch, ohne künstlichen Dünger oder Chemieverwendung bearbeitet werden.

Die Abruzzen sind in toto weniger für exzellente Weine bekannt als vielmehr für günstige Massenware. Hier gibt es keine exquisiten Weingüter, die von kleinen Chargen und hohen Flaschenpreisen ihre nächsten Produktionen im High-Tech-Keller finanzieren können. Abruzzen ist traditionell ein Land, das unter Großgrundbesitzern aufgeteilt war und ist. Selbständige Kleinbauern sind recht früh in Ermangelung an Einkommen ausgewandert oder zogen in die Städte. Sie verkauften ihr Land an Großgrundbesitzer, an Genossenschaften, oder ließen es einfach brachliegen. Diese Entwicklung lastet immer noch auf der Region. Nur wenige haben sich für etwas anderes entschieden – für Qualitätsweine in einer schwierigen Region. Der Vorreiter ist Edoardo Valentini, der andere, der ihm folgte, ist Emidio Pepe. 

Der legendäre Edoardo Valentini war der erste in Abruzzen, der den Montepulciao d’Abruzzo des Jahrgangs 1965 in, es heißt 1329, Flaschen abfüllte, ihn als „Vino a denominazione d‘origine semplice“ etikettierte und damit die spätere DOC vorwegnahm. Der heutige Weingutsbesitzer Francesco Paolo Valentini arbeitet ganz im Sinne seines Vaters und bezeichnet sich als „Handwerker des Weines“. Das trifft nur insofern zu, als dass er ein strenger Traditionalist und kaum zu überbietender Purist – genauso wie sein Vater – ist, der Wert auf echte Handarbeit und traditionelles Wissen legt. Wie zu Zeiten seines Vaters findet man in seinem Weinkeller weder Edelstahltanks noch Barriques, sondern alte, ständig penibelst gesäuberte 3.000 Liter Holzfässer (Eiche, Kastanie). Bereits Edoardo ließ keine Besucher in die Kellerräumlichkeiten ein und sein Nachfolger hält sich bisher gleicherweise an diese ‚Regelung‘. Sicher ist nur, dass die Weine der Valentini-Kellerei ohne Temperaturregelung, ohne Filterung auskommen und zumeist auf einer Spontangärung basieren. Die meisten Weine reifen zwischen 12 und 24 Monaten im Holzfass und 4 Jahre in der Flasche. 

In der Weinkellerei Valentini werden ausschließlich regionale Weintrauben Montepulciano d‘Abruzzo und Trebbiano d’Abruzzo verarbeitet. Dabei verwendet der Winzer circa 10% der Gesamtlese, nämlich nur das allerbeste Traubenmaterial, für sich. Alle anderen Trauben werden an eine benachbarte Winzergenossenschaft weiterverkauft. Die zu Eigennutzung auserkorenen Trauben durchlaufen eine penible Mehrfachlese per Hand und werden zu drei Weinsorten verarbeitet. Wie man sich vor dem Hintergrund des strickten Traditionalismus denken kann, handelt es sich dabei um die alten Klassiker der Abruzzen, allen voran die Trebbiano-, gefolgt von Montepulciano- und Cerasuolo-Weinen. Die Qualitätsmaßstäbe der Valentinis sind unglaublich hoch, und wenn diese handverlesenen Trauben ihnen nicht genügen, dann wird daraus kurzerhand eben kein Valentini-Wein. So lässt sich zum Beispiel die sechsjährige Lücke erklären, die zwischen dem letzten Montepulciano-Wein und dem nächsten auf dem Markt gebrachten Jahrgang 2012 klafft. 

Die Geschichte hinter dem geheimnisvollen Winzer 

Hinter dem Hype um die abruzzischen Weine des Weinguts Valentini steht ihr Schöpfer und Namensgeber Edoardo Valentini, der aus dem alten, damals noch dörflichen Loreto Aprutino stammte. Seine Wurzeln sind spanischen Ursprungs und können mindestens bis in die 1600er Jahre zurückverfolgt werden als die Abruzzen von dem Königshaus der Bourbonen beherrscht waren. Es ist davon auszugehen, dass Edoardos Vorfahren schon damals Wein anbauten. Urkundlich verbürgt entstand das Weinhaus im Jahr 1650 und gehört somit zu den ältesten Weinhäusern Italiens. Gegründet hat ihn Antonio Valentini, der 1625 zum Visconte di Loreto, Collecorvino, Picciano und Moscufo ernannt wurde. 

Die Azienda Agricola Valentini war nicht auf Wein spezialisiert, sondern baute Getreide an, presste Olivenöl, stellte Essig her und betrieb Viehzucht im größeren Stil. Die Azienda arbeitet bis heute mit der alten Verrigni Antico Pastificio Rosetano, einer alteingesessenen Nudel- und Mehlfabrik in Roseto, zusammen. Unter Camillo Valentini trat die Azienda zum ersten Mal deutlich in Erscheinung als sie 1868 auf der regionalen Landwirtschaftsausstellung in Abruzzen für ihren Essig ausgezeichnet wurde. 1899 erhielt die Azienda auf der Expo in Nizza (Concours Franco-Italiano Nice) eine Ehrenurkunde für ihr Olivenöl. Nun, de facto müssen diese Kronen an die jeweiligen Verwalter des schon damals großen, 200 Hektar umfassenden Anwesens gehen, denn die Valentinis der damaligen Zeit haben kaum selbst Hand angelegt bei der Produktion ihrer Weine oder Öle. Während das Gut von anderen geführt wurde, bekleideten die Familienmittglieder der Grafen Valentini verschiedene Berufe, zum Teil auch hohe Positionen in der Regionalpolitik. 

Der erste nachweisbare „echte Winzer“, der sich um die Trauben und deren Erzeugnisse persönlich kümmerte, ist Edoardo Valentini. Er gab den Beruf des Juristen auf und übernahm das Weingut in den 1950er Jahren. Von Anfang an hatte er ein klares, für die Abruzzen und die späten Nachkriegsjahre jedoch ein durchaus ungewöhnliches Wein-Kredo: So wenig wie möglich in die Vorgänge eingreifen und so lange wie nötig (oder möglich) den Wein sich selbst überlassen. Zeit und Reinheit – zwei Zutaten, die schon damals einen Seltenheitswert haben. 

Edoardo lebte auf seinem abruzzischen Weingut in einer bis heute im Zentrum des Örtchens von der Familie bewohnten großen Villa sehr zurückgezogen und scheute jede Art der Öffentlichkeit – auch dann (oder erstrecht), als seine Weine berühmt wurden. Ende April 2006 verstarb der 1933 geborene Winzer mit 73 Jahren, doch sein Ruf und sein rigoroser Leitgedanke blieben mit der uralten Azienda unzertrennlich verbunden. Seine extreme Zurückgezogenheit machten seine Ehefrau Adriana und sein Sohn Francesco Paolo schon während seiner aktiven Zeit möglich, und übernahmen die nach außen hin gerichteten Tätigkeiten. Nach Edoardos Ableben kümmern sich nun Francesco Paolo und seine – hier zeigt sich wie tief Wurzeln schlagen können – hispanischstämmige Ehefrau Elèna darum, dass alles im Sinne des Erfinders weiterhin funktioniert und die Weine ihrem sagenhaften Ruf gerecht bleiben. Seit neustem ist ihr Sohn Gabriele mit von der Partie. Wie gut ihnen das Keltern gelingt, zeigt sich an den vielen Weinauszeichnungen und für die Azienda selbst, die von der Guida „Vini d’Italia“ von GAMBERO ROSSO 2011 zum „Weingut des Jahres“ auserkor. 

Kleine Weinpalette für absolute Kenner mit Ausdauer

Die Weine der Azienda Agricola Valentini sind zugegebenermaßen nichts für ungeduldige Weintrinker. Die Weine lagern lange in der Flasche, zumeist vier Jahre, so dass sie dementsprechend bereits trinkbar in den Verkauf kommen. Durch ihre enorme Langlebigkeit sind sie aber viel besser, wenn der geneigte Weintrinker mehr Ausdauer hat und ein paar Jahre wartet. Das liegt vor allem daran, dass sie Zeit, Zeit und noch einmal Zeit brauchen, um ihren Körper voll zu entfalten. So mancher wird dann überrascht sein, woher plötzlich ganz neue und andere Nuancen ihm in die Nase steigen und den Gaumen überraschen. Wer diese sich selbst und ihnen gönnt, der wird mit den „Lords“ der italienischen Weinerzeugnisse belohnt. 

Die Weinpalette der Weinkellerei Valentini ist klein. Nur drei Weinsorten werden angeboten, und diese gibt es in winzigen Kontingenten. Das macht sich in den Flaschenpreisen bemerkbar, so gehört beispielsweise der Montepulciano des Hauses zu den teuersten italienischen Weinen. Für einen Vintage muss man mit 400,- Euro plus rechnen. Der rote „Montepulciano d‘Abruzzo“ DOC ist ein Wein von enormen Körpervolumen und gleichfalls langem Alterungsvermögen. Hier erwartet Sie eine faszinierende Entfaltungstiefe an verschiedenen Aromen. Saftige Marmelade aus frischen Früchten, Johannisbeere, Kakao, Tabak… und dann die Schokolade am Ende! Am Gaumen präsentiert sich der Wein extrem weich, samtig und strotzend von ausbalanciertem aber dominantem Tannin.  Der Rosé  „Cerasuolo“ Montepulciano d‘Abruzzo DOC  aus 100% Montepulciano-Trauben ist ein Klassiker der Region, der üblicherweise als „einfach und unkompliziert“ eingestuft wird. Valentini beweist mit seiner Cerasuolo-Variante, was für eine Wucht hinter dem Klassiker steckt, wenn man nur weiß, wie man ihn ausbauen soll. Für einige Weinkenner ist er der beste, für andere einer der besten Rosés Italiens: Kirschen, Granatapfel, Erdbeeren – und dann plötzlich der Duft von Veilchen, durchwebt von einer überraschenden Rauchigkeit. Auch dieser Wein ist unbeschreiblich weich am Gaumen und vollständig ausbalanciert. Der dritte in der Troika ist der strohgelbe bis goldene „Trebbiano d‘Abruzzo“, ein Wein, der erst zum leuchtenden Stern am Weinhimmel wird, wenn er 20 Jahre alt ist – und das beim Weißwein… Komplexe Noten zwischen reifen Aprikosen, hellen Pflaumen, weißer Vanilleschokolade und mineralischen, teils würzigen Anklängen füllen die Nase aus. Am Gaumen ist er trotz seiner Komplexität dennoch ausreichend frisch durch seinen guten Säuregehalt. Der Abgang ist schön langanhaltend und rund. Das ist ein charakterstarker Wein, der in der Blindverkostung wiedererkannt wird. Zurecht heben ihn internationale Weinjuroren auf das Podest des besten Weins Italiens gehoben. 

 

Valentini

Gründungsjahr: 1650
Eigentümer: Familie Valentini
Önologe: Francesco Paolo Valentini
Jahresproduktion: ca. 50.000 Flaschen
Rebfläche: ca. 63 Hektar in konventionellem Anbau

Kontakt: Azienda Agricola Valentini
Via del Baio, 2
65014 – Loreto Aprutino (PE), Italien

Tel. +49 (0) 85 829 1138

eMail: keine angegeben

Internetpräsenz: keine

Notabene: Die Azienda Agricola Valentini produziert auch ein sehr kerniges, puristisches Olivenöl Extra Vergine, den einige Kenner als „ein Juwel“ bezeichnen. Das Weinanwesen Valentini ist nicht zu besichtigen. Natürlich kann man sein Glück versuchen und sich zunächst – empfohlen wird ein handschriftlich verfasster – per Brief bei Francesco Paolo Valentini vorstellen. Eine außerordentliche Auszeichnung wurde 2019 an Edoardo Valentini und somit auch an die Weinkellerei selbst vergeben, als die „Ewige Stadt“ Rom, vertreten durch den Vizebürgermeister Luca Bergamo, zusammen mit dem Präsidenten der Italienischen Sommelier-Stiftung (FIS), Franco Maria Ricci, und im Beisein von Francesco Paolo Valentini einen städtischen Park auf den offiziellen Namen „Parco Edoardo Valentini“ weihte. Eine entsprechende Plakette erinnert an den legendären Winzer. Das ist die erste Auszeichnung dieser Art, die ein Weinmacher in Italien erhielt. 

P.S. Auf der (vergeblichen) Suche nach einer Homepage wird man auf die „Azienda Agricola Valentini“ stoßen, eine Weinkellerei, die in der Maremma liegt, und mit dem „Lord der Abruzzen“ nichts zu tun hat.

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Die Abruzzen der Winzerfamilie Valentini

Das Valentini-Anwesen befindet sich in der kleinen Ortschaft Loreto Aprutino, das in der bergig-hügeligen Gegen von Pescara, nahe der italienischen Adria liegt. Hier verfügt die Familie Valentini, die ununterbrochen seit 17. Jahrhundert Weine herstellt, insgesamt über 200 Hektar Land. Für Wein sind bisher 63 Hektar reserviert, die sich seit der neuen Klassifizierung der Appellation „Colline Teramane“ in ihrer DOC-Anbauzone befinden. Hier wachsen ausschließlich Trebbiano d‘Abruzzo und Montepulciano d‘Abruzzo. Die Reben haben ein Durchschnittsalter von gut 50 Jahren, somit liefern sie eine geringe Ertragsmenge, die an sich schon Qualitätsregulierend ist. Die angewandte Erziehungsmethode ist die Tendone, auch Pergola genannt. Bei diesem schon seit der griechischen Antike verwendeten System werden die Triebe auf horizontal hochgestelzte Stangen geführt, so dass sie eine Art Dach (Pergola) ausbilden. Dieses Erziehungssystem ist ideal für heiße, sonnenreiche Gegenden. Die Pflanze selbst spenden sowohl den Weintrauben als auch dem Boden Schatten und schütz beide vor der Austrocknung. Es entspricht der puristischen Idee der Weine aus dem Hause Valentini, dass auch die Weinberge biologisch, ohne künstlichen Dünger oder Chemieverwendung bearbeitet werden.

Die Abruzzen sind in toto weniger für exzellente Weine bekannt als vielmehr für günstige Massenware. Hier gibt es keine exquisiten Weingüter, die von kleinen Chargen und hohen Flaschenpreisen ihre nächsten Produktionen im High-Tech-Keller finanzieren können. Abruzzen ist traditionell ein Land, das unter Großgrundbesitzern aufgeteilt war und ist. Selbständige Kleinbauern sind recht früh in Ermangelung an Einkommen ausgewandert oder zogen in die Städte. Sie verkauften ihr Land an Großgrundbesitzer, an Genossenschaften, oder ließen es einfach brachliegen. Diese Entwicklung lastet immer noch auf der Region. Nur wenige haben sich für etwas anderes entschieden – für Qualitätsweine in einer schwierigen Region. Der Vorreiter ist Edoardo Valentini, der andere, der ihm folgte, ist Emidio Pepe. 

Der legendäre Edoardo Valentini war der erste in Abruzzen, der den Montepulciao d’Abruzzo des Jahrgangs 1965 in, es heißt 1329, Flaschen abfüllte, ihn als „Vino a denominazione d‘origine semplice“ etikettierte und damit die spätere DOC vorwegnahm. Der heutige Weingutsbesitzer Francesco Paolo Valentini arbeitet ganz im Sinne seines Vaters und bezeichnet sich als „Handwerker des Weines“. Das trifft nur insofern zu, als dass er ein strenger Traditionalist und kaum zu überbietender Purist – genauso wie sein Vater – ist, der Wert auf echte Handarbeit und traditionelles Wissen legt. Wie zu Zeiten seines Vaters findet man in seinem Weinkeller weder Edelstahltanks noch Barriques, sondern alte, ständig penibelst gesäuberte 3.000 Liter Holzfässer (Eiche, Kastanie). Bereits Edoardo ließ keine Besucher in die Kellerräumlichkeiten ein und sein Nachfolger hält sich bisher gleicherweise an diese ‚Regelung‘. Sicher ist nur, dass die Weine der Valentini-Kellerei ohne Temperaturregelung, ohne Filterung auskommen und zumeist auf einer Spontangärung basieren. Die meisten Weine reifen zwischen 12 und 24 Monaten im Holzfass und 4 Jahre in der Flasche. 

In der Weinkellerei Valentini werden ausschließlich regionale Weintrauben Montepulciano d‘Abruzzo und Trebbiano d’Abruzzo verarbeitet. Dabei verwendet der Winzer circa 10% der Gesamtlese, nämlich nur das allerbeste Traubenmaterial, für sich. Alle anderen Trauben werden an eine benachbarte Winzergenossenschaft weiterverkauft. Die zu Eigennutzung auserkorenen Trauben durchlaufen eine penible Mehrfachlese per Hand und werden zu drei Weinsorten verarbeitet. Wie man sich vor dem Hintergrund des strickten Traditionalismus denken kann, handelt es sich dabei um die alten Klassiker der Abruzzen, allen voran die Trebbiano-, gefolgt von Montepulciano- und Cerasuolo-Weinen. Die Qualitätsmaßstäbe der Valentinis sind unglaublich hoch, und wenn diese handverlesenen Trauben ihnen nicht genügen, dann wird daraus kurzerhand eben kein Valentini-Wein. So lässt sich zum Beispiel die sechsjährige Lücke erklären, die zwischen dem letzten Montepulciano-Wein und dem nächsten auf dem Markt gebrachten Jahrgang 2012 klafft. 

Die Geschichte hinter dem geheimnisvollen Winzer 

Hinter dem Hype um die abruzzischen Weine des Weinguts Valentini steht ihr Schöpfer und Namensgeber Edoardo Valentini, der aus dem alten, damals noch dörflichen Loreto Aprutino stammte. Seine Wurzeln sind spanischen Ursprungs und können mindestens bis in die 1600er Jahre zurückverfolgt werden als die Abruzzen von dem Königshaus der Bourbonen beherrscht waren. Es ist davon auszugehen, dass Edoardos Vorfahren schon damals Wein anbauten. Urkundlich verbürgt entstand das Weinhaus im Jahr 1650 und gehört somit zu den ältesten Weinhäusern Italiens. Gegründet hat ihn Antonio Valentini, der 1625 zum Visconte di Loreto, Collecorvino, Picciano und Moscufo ernannt wurde. 

Die Azienda Agricola Valentini war nicht auf Wein spezialisiert, sondern baute Getreide an, presste Olivenöl, stellte Essig her und betrieb Viehzucht im größeren Stil. Die Azienda arbeitet bis heute mit der alten Verrigni Antico Pastificio Rosetano, einer alteingesessenen Nudel- und Mehlfabrik in Roseto, zusammen. Unter Camillo Valentini trat die Azienda zum ersten Mal deutlich in Erscheinung als sie 1868 auf der regionalen Landwirtschaftsausstellung in Abruzzen für ihren Essig ausgezeichnet wurde. 1899 erhielt die Azienda auf der Expo in Nizza (Concours Franco-Italiano Nice) eine Ehrenurkunde für ihr Olivenöl. Nun, de facto müssen diese Kronen an die jeweiligen Verwalter des schon damals großen, 200 Hektar umfassenden Anwesens gehen, denn die Valentinis der damaligen Zeit haben kaum selbst Hand angelegt bei der Produktion ihrer Weine oder Öle. Während das Gut von anderen geführt wurde, bekleideten die Familienmittglieder der Grafen Valentini verschiedene Berufe, zum Teil auch hohe Positionen in der Regionalpolitik. 

Der erste nachweisbare „echte Winzer“, der sich um die Trauben und deren Erzeugnisse persönlich kümmerte, ist Edoardo Valentini. Er gab den Beruf des Juristen auf und übernahm das Weingut in den 1950er Jahren. Von Anfang an hatte er ein klares, für die Abruzzen und die späten Nachkriegsjahre jedoch ein durchaus ungewöhnliches Wein-Kredo: So wenig wie möglich in die Vorgänge eingreifen und so lange wie nötig (oder möglich) den Wein sich selbst überlassen. Zeit und Reinheit – zwei Zutaten, die schon damals einen Seltenheitswert haben. 

Edoardo lebte auf seinem abruzzischen Weingut in einer bis heute im Zentrum des Örtchens von der Familie bewohnten großen Villa sehr zurückgezogen und scheute jede Art der Öffentlichkeit – auch dann (oder erstrecht), als seine Weine berühmt wurden. Ende April 2006 verstarb der 1933 geborene Winzer mit 73 Jahren, doch sein Ruf und sein rigoroser Leitgedanke blieben mit der uralten Azienda unzertrennlich verbunden. Seine extreme Zurückgezogenheit machten seine Ehefrau Adriana und sein Sohn Francesco Paolo schon während seiner aktiven Zeit möglich, und übernahmen die nach außen hin gerichteten Tätigkeiten. Nach Edoardos Ableben kümmern sich nun Francesco Paolo und seine – hier zeigt sich wie tief Wurzeln schlagen können – hispanischstämmige Ehefrau Elèna darum, dass alles im Sinne des Erfinders weiterhin funktioniert und die Weine ihrem sagenhaften Ruf gerecht bleiben. Seit neustem ist ihr Sohn Gabriele mit von der Partie. Wie gut ihnen das Keltern gelingt, zeigt sich an den vielen Weinauszeichnungen und für die Azienda selbst, die von der Guida „Vini d’Italia“ von GAMBERO ROSSO 2011 zum „Weingut des Jahres“ auserkor. 

Kleine Weinpalette für absolute Kenner mit Ausdauer

Die Weine der Azienda Agricola Valentini sind zugegebenermaßen nichts für ungeduldige Weintrinker. Die Weine lagern lange in der Flasche, zumeist vier Jahre, so dass sie dementsprechend bereits trinkbar in den Verkauf kommen. Durch ihre enorme Langlebigkeit sind sie aber viel besser, wenn der geneigte Weintrinker mehr Ausdauer hat und ein paar Jahre wartet. Das liegt vor allem daran, dass sie Zeit, Zeit und noch einmal Zeit brauchen, um ihren Körper voll zu entfalten. So mancher wird dann überrascht sein, woher plötzlich ganz neue und andere Nuancen ihm in die Nase steigen und den Gaumen überraschen. Wer diese sich selbst und ihnen gönnt, der wird mit den „Lords“ der italienischen Weinerzeugnisse belohnt. 

Die Weinpalette der Weinkellerei Valentini ist klein. Nur drei Weinsorten werden angeboten, und diese gibt es in winzigen Kontingenten. Das macht sich in den Flaschenpreisen bemerkbar, so gehört beispielsweise der Montepulciano des Hauses zu den teuersten italienischen Weinen. Für einen Vintage muss man mit 400,- Euro plus rechnen. Der rote „Montepulciano d‘Abruzzo“ DOC ist ein Wein von enormen Körpervolumen und gleichfalls langem Alterungsvermögen. Hier erwartet Sie eine faszinierende Entfaltungstiefe an verschiedenen Aromen. Saftige Marmelade aus frischen Früchten, Johannisbeere, Kakao, Tabak… und dann die Schokolade am Ende! Am Gaumen präsentiert sich der Wein extrem weich, samtig und strotzend von ausbalanciertem aber dominantem Tannin.  Der Rosé  „Cerasuolo“ Montepulciano d‘Abruzzo DOC  aus 100% Montepulciano-Trauben ist ein Klassiker der Region, der üblicherweise als „einfach und unkompliziert“ eingestuft wird. Valentini beweist mit seiner Cerasuolo-Variante, was für eine Wucht hinter dem Klassiker steckt, wenn man nur weiß, wie man ihn ausbauen soll. Für einige Weinkenner ist er der beste, für andere einer der besten Rosés Italiens: Kirschen, Granatapfel, Erdbeeren – und dann plötzlich der Duft von Veilchen, durchwebt von einer überraschenden Rauchigkeit. Auch dieser Wein ist unbeschreiblich weich am Gaumen und vollständig ausbalanciert. Der dritte in der Troika ist der strohgelbe bis goldene „Trebbiano d‘Abruzzo“, ein Wein, der erst zum leuchtenden Stern am Weinhimmel wird, wenn er 20 Jahre alt ist – und das beim Weißwein… Komplexe Noten zwischen reifen Aprikosen, hellen Pflaumen, weißer Vanilleschokolade und mineralischen, teils würzigen Anklängen füllen die Nase aus. Am Gaumen ist er trotz seiner Komplexität dennoch ausreichend frisch durch seinen guten Säuregehalt. Der Abgang ist schön langanhaltend und rund. Das ist ein charakterstarker Wein, der in der Blindverkostung wiedererkannt wird. Zurecht heben ihn internationale Weinjuroren auf das Podest des besten Weins Italiens gehoben. 

 

Valentini

Gründungsjahr: 1650
Eigentümer: Familie Valentini
Önologe: Francesco Paolo Valentini
Jahresproduktion: ca. 50.000 Flaschen
Rebfläche: ca. 63 Hektar in konventionellem Anbau

Kontakt: Azienda Agricola Valentini
Via del Baio, 2
65014 – Loreto Aprutino (PE), Italien

Tel. +49 (0) 85 829 1138

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Notabene: Die Azienda Agricola Valentini produziert auch ein sehr kerniges, puristisches Olivenöl Extra Vergine, den einige Kenner als „ein Juwel“ bezeichnen. Das Weinanwesen Valentini ist nicht zu besichtigen. Natürlich kann man sein Glück versuchen und sich zunächst – empfohlen wird ein handschriftlich verfasster – per Brief bei Francesco Paolo Valentini vorstellen. Eine außerordentliche Auszeichnung wurde 2019 an Edoardo Valentini und somit auch an die Weinkellerei selbst vergeben, als die „Ewige Stadt“ Rom, vertreten durch den Vizebürgermeister Luca Bergamo, zusammen mit dem Präsidenten der Italienischen Sommelier-Stiftung (FIS), Franco Maria Ricci, und im Beisein von Francesco Paolo Valentini einen städtischen Park auf den offiziellen Namen „Parco Edoardo Valentini“ weihte. Eine entsprechende Plakette erinnert an den legendären Winzer. Das ist die erste Auszeichnung dieser Art, die ein Weinmacher in Italien erhielt. 

P.S. Auf der (vergeblichen) Suche nach einer Homepage wird man auf die „Azienda Agricola Valentini“ stoßen, eine Weinkellerei, die in der Maremma liegt, und mit dem „Lord der Abruzzen“ nichts zu tun hat.