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Morella

Marmelade ade – Primitivo-Weine vom Absatz des Stiefels

Dort, wo der italienische Stiefel seinen Absatz hat, erstreckt sich das Weingut Azienda Agricola La Morella. Seine Weinberge liegen nah bei der Stadt Manduria, die namensgebend für die 1974 ernannte DOC-Denomination der Halbinsel Salento ist. Die Region und damit die Weinberge der La Morella profitieren von ihrer spezifischen Situation, denn sie liegen gewissermaßen eingespannt zwischen dem Adriatischen Meer im Osten und dem Ionischen Meer des Golfs von Tarent im Westen, was ihnen besondere klimatische Bedingungen beschert. Das Weingut Morella hat seine Weinberge inmitten der Denomination Primitivo di Manduria und bewirtschaftet sie biodynamisch. 

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Primitivo-Old-Vines-IGP-2018-Morella-1.png
Primitivo Old Vines IGP 2018 Morella
39,95 €

pro Flasche inkl.MwSt. zzgl. Versandkosten

53,27 € / 1 L
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Dennoch tragen die Morella-Weine weder ein DOC auf dem Etikett, noch eine entsprechende Zertifizierung. Das hat verschiedene Gründe, doch sie liegen garantiert nicht in der mangelnden Qualität des Endprodukts, oder an der unzureichenden ökologischen Sorgfalt der Bearbeitung im Weinberg. Ganz im Gegenteil, mit den Weinerzeugnissen von La Morella haben Sie sich für ein Spitzenprodukt aus dem heißen Süden Italien entschieden!

Zwischen dem Patriarchen und der Dame: Top Anbaugebiete mit herausragenden Gewächsen 

Das Vini & Agriturismo La Morella hat gleich zweimal Glück. Es liegt in der hervorragenden Denomination Primitivo di Manduria DOC in der Region Alto Salento und verfügt über zwei beneidenswerte Weinberge mit den vielversprechenden Namen "Old Vines" und "La Signora". Doch Achtung! Obwohl die DOC-Denomination vor der Haustür liegt, produziert La Morella ganz bewusst nur IGT-Weine. Das tut der Qualität wahrlich keinen Abbruch, worüber sich auch die Kritiker einig sind (Bibenda 5 Weintrauben, Gambero Rosso 3 Weingläser, SlowFood u.a.).

Den Weinberg Old Vines bezeichnet das Winzerpaar als ihren "Patriarchen", weil er das Gedächtnis der Parzellen in sich trägt, und damit sind die knorrigen Reben, die seit über 80 Jahren für vollmundige Trauben voller Sonne, Mineralien und wie die Besitzer sagen: voller Vergangenheit stecken. Dagegen wachsen auf der Weinparzelle La Signora junge und jüngere Reben. Auch wenn sie nicht das gleiche hohe Alter vorweisen wie die des "Patriarchen", so wurden sie alle aus Setzlingen alter Weine gezogen. Seit 2005 ist das Weingut im Besitz zweier Parzellen in Campania bei Manduria, die für den einzigen Weißwein der Morella reserviert sind. Das Besondere dieser Parzellen liegt in ihrer Kalksteinerde, die mit dem hier seltenen Quarz versetzt ist.

Obwohl die Weinberge alles andere als "bergig" sind, vielmehr einen absolut einheitlichen und flachen Eindruck vermitteln, sind sie laut La Morella in ihren jeweiligen Abschnitten erstaunlich unterschiedlich, was zu überraschend differenzierten Weintrauben führt. 

Die alten Weinberge liegen im Alto Salento auf 70 m. ü. M. und bestehen aus Schichten roter Muttererde, der sogenannten Terra Rossa, die so typisch für Apulien ist, und 70 Zentimeter tiefen Sandlehmboden in darunter liegenden Lage. Ein Umstand, der hervorragend gegen Staunässe arbeitet. Der sich wiederum darunter befindliche Abschnitt besteht aus Kalkstein, der das kostbare Nass wie ein Schwamm speichert und an die sich tief vorarbeitenden Wurzeln abgibt. Übrigens, die Rötung des Bodens ergibt sich aus Eisenablagerungen, die an der Luft oxidieren.

Gepflegt werden die insgesamt nur 23 Hektar großen Weinberge nach besonderen biodynamischen Anbaumethoden, wozu beispielsweise das Vergraben von frischem Kuhmist in Rinderhörnern gehört, die im Frühjahr wieder ausgegraben und der Naturdünger auf die Muttererde verteilt wird. Wie vor Jahrhunderten oder Jahrtausenden hält man sich auf der Morella an den kosmischen Kreislauf der Natur und bringt die Bodendüngung bei Vollmond aus. 

Die notwendige Durchlüftung gegen die Hitze des Sommers besorgen die beiden Meere mit den Scirocco und Tramontana Winden, die salzige bzw. afrikanische Düfte mit sich bringen. Diese klimatischen Besonderheiten sorgen für die notwendige Knackigkeit und den guten Säuregehalt der Trauben.

Von Traube bis zur Vinifizierung: alles andere als bloß simpel

La Morella baut Primitivo, Malbec, Negroamaro und Fiano Weinsorten an. Für ihre Weinproduktion werden ausschließlich eigene Weintrauben verwendet und der Ertrag ist mit Maximum 140 Liter pro Hektar nicht übermäßig groß. Ganz im Gegenteil, die Winzer haben Befürchtungen, dass ihre alte Primitivoreben bald nicht genug Weintrauben produzieren, um daraus vermarktbaren Wein zu machen. Das spricht wiederum für die enorme Qualität der Trauben! 

Für Neubepflanzungen nutzen die Winzer ihre eigenen Stecklinge aus den alten Gewächsen, die sie ohne weitere Virenuntersuchungen verwenden. Gezogen werden die besonders alten Reben in Alberello-Verfahren ohne Drahtrahmen, während die neugepflanzten Weinreben in der Cordon-Methode heranwachsen. 

Für die gewünschte Reduzierung der Erträge sorgen die 80+ Jahre der Reben ganz von selbst. Die Ernte geschieht besonders vorsichtig und händisch in kleinen Kisten mit anschließender Sortierung und Abbeerung. Der Gärvorgang wird in offenen Fässern von geringem Fassvermögen eingeleitet. Maische, die täglich per Hand in den Rebsaft eingetaucht wird, verbleibt in der Regel gute 10 Tage auf dem Saft und wird anschließend in einer klassischen Korbpresse extrahiert. Die malolaktische Gärung wird anschließend in neuen französischen Eichenfässern von 300 und 500 Liter Größe eingeleitet. Der Wein wird bis zu drei Mal abgestochen und ungefiltert in die Flaschen umgefüllt. Allein beim Weißwein kommt Filterung durch Eierschalen zum Einsatz. Der Alterungsprozess in Eichenfässern beträgt zwischen 12 und 24 Monaten und weitere 8 und 24 Monate in der Flasche.  

Australien und Italien in bester Harmonie 

Das La Morella Weingut ist zugleich uralt und neu. Seine Weinreben sind bis zu 80 Jahre alt und die Weinbergerde bestellten hier schon die alten Griechen, auch wenn das Weingut unter dem Namen La Morella erst seit 2000 existiert. Alte Bauernhäuser machen die Geschichte des Weinguts sichtbar, die eben doch nur personell und winzerisch jung ist. Gegründet wurde La Morella von der australischen Önologin Lisa Gilbee und ihrem italienischen Ehemann und gelernten Winzer Gaetano Morella. 

Lisa Gilbee studierte Önologie in Adelaide (Australien) und begab sich anschließend auf die "Walz", indem sie auf Studienreisen quer durch die Weingebiete Europas ging. Italien wurde zu ihrem Schwerpunkt der Studien. Besondere Anregung lieferten ihr die sogenannten Supertoskaner, aber auch die Entdeckung der Tannindichte bestimmter italienischer Weine. Nachdem sie Erfahrungen in der Toskana, in Venetien und auf den italienischen Inseln gesammelt hatte, blieb sie schließlich in Apulien hängen. Es heißt, der Liebe zu den ganz besonderen Weinen wegen, aber sicherlich der zu ihrem Lebenspartner und Winzer Morella. 

Kleines Portfolio "sic et simplicite"

Tatsächlich ist das Portfolio des australisch-italienischen Winzerpaares erfreulich knapp und das Motto "sic et simpliciter", was so viel wie "so und nicht anders"  bedeutet, weist auf die Philosophie der Morella hin: Die Weine sind so wie sie sind und sprechen für sich. 

Sechs Weine stehen in La Morella zur Auswahl, davon fünf Rotweine und ein Weißwein. Bei allen kann man ohne Einschränkung sagen: Das sind Handwerksweine, von A bis Z von Hand gemacht, eben "so und nicht anders"!

Die Flaggschiffe sind die beiden Primitivo di Manduria Rotweine, die die Biodiversität der Weinberge repräsentieren und in dem "Weißen Label" als Single Vineyard vermarktet werden. Bei beiden geht es den Winzern um den Ausdruck unverfälschter Einzigartigkeit ihrer ältesten Gewächse und der äußerst konzentrierten Weintrauben. 

Primitivo di Manduria Old Vines 2006 – ist ein reiner Primitivo aus durchschnittlich 75-jährigen Weinstöcken, der in neuen französischen Barriques altert und Minimum 18 Monate in der Flasche verbleibt, bevor er in den Verkauf gelangt. Er begeistert durch eine ausgewogene Nase nach konzentrierten reifen Früchten, Schwarzkirschen, eingelegten Pflaumen, dunkler Schokolade und einer Prise Tabak. Im Mundraum entfaltet er sich opulent und raumgreifend. 

Primitivo di Manduria La Signora 2005 – für diesen reinen Primitivowein kommen die Trauben von durchschnittlich 55 Jahre alten Gewächsen. Dieser Wein besticht durch die Kopfnoten nach Gewürzen, Ingwer und Nelken mit einer Grundnote von Maraschino. Der Gaumen ist voller Schwarzkirschen und dunklen Beeren mit einem sehr langen, überraschend mineralischen Finish. Dieser Primitivo darf 12 Monate in neuen Barriques reifen und anschließen Minimum 24 Monate in der Flasche. 

Die Weine des farbigen Labels sind Cuvées aus typisch apulischen bzw. salentinischen Weinsorten. Die Reben, deren Trauben hier Geschmacksgebend sind, sind im Durchschnitt 40 bis 50 Jahre alt. Die Alterungsprozesse – abgesehen vom einzigen Weißwein – belaufen sich auf 10 Monate im Barrique und Minimum acht Monate in der Flasche. 

Primitivo Malbek 2006 – ja genau, mit K geschrieben – ist eine Cuvée, die historisch nach Salento gehört. Das Ergebnis ist überraschend gut, wenn sich 15 % Malbec mit 85 % Primitivo mischen und in der Nase Kirsch- und Minznoten ergeben, während der Gaumen Kirsche und Pflaume mit einem würzigen, eleganten Tannin-Finish schmeckt. 

Primitivo Negroamaro 2006 – ist ein Wein wie aus der Erde gemacht. Er symbolisiert wie kaum eine zweite Cuvée die Biodiversität des Landes und ihrer beider Ur-Traubensorten. Zum Einsatz kommen 50 % Primitivo und 50 % Negroamaro, was eine sehr würzige Nasennote mit reifen Früchten und Orangenschalen ergibt. Der Gaumen empfindet rote Früchte und Prisen von Tabak, während die Tannine im Finish Festigkeit vermitteln. 

Mezzanotte Primitivo IGT Salento 2011 – dieser Rote ist kernig und pfeffrig am Gaumen, mit ausbalancierten fruchtigen Tanninen im Abgang. Die Nase erfüllen Kräuter, dunkle Beeren und Kirschen. 

Mezzogiorno Bianco IGT Salento 2009 – der einzige Weißwein in der aktuellen Weinpalette der Morella trägt die Blütendüfte des Südens in der Nase mit einer Zugabe an getoastetem Eichenholz, während sich am Gaumen die Süße der Nektarinen und die Frische der Zitronen mit der Mineralität der roten Erde mischen. 

 

La Morella 


Gründungsjahr: 2000
Eigentümer: Lisa Gilbee und Gaetano Morella
Önologin: Lisa Gilbee
Jahresproduktion: ca.  5.000 Flaschen
Rebfläche: ca. 23 Hektar in biodynamischem, unzertifiziertem Anbau


Notabene: Das Weingut verfügt über alte Bauernhäuser, die für Weinbergurlauber im Stil des Agriturismo vermietet werden. Die Besichtigung der Weinfelder und des Weinkellers ist nach Voranmeldung möglich.