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James Suckling

James Suckling – Ein Weinguru mit starkem Genussfaktor

James Suckling gehört zu den Gurus der Weinfachwelt und wird von dem Wirtschaftsmagazin Forbes zurzeit als der mächtigste Weinexperte der Welt gehandelt. Für viele ist er die Nummer Zwei nach Robert Parker, für andere ist er ihm mindestens ebenbürtig. Wenn wir schon zwei der Schwergewichte der Weinwelt ins Spiel bringen, so können wir sogleich die erste Frage klären: Was unterscheidet Suckling von Parker? Auf den ersten Blick nicht allzu viel. Das stimmt sicherlich, wenn man ihre Fähigkeiten auf dem Weinsektor ins Visier nimmt. Beide sind zweifelsohne renommierte Kritiker mit jahrzehntelanger Erfahrung mit unzähligen Weinverkostungen, beide haben hervorragendes Gespür für das Potential der Weinjahrgänge, beide bewerten Weine nach klaren Maßstäben und bedienen sich dabei einer 100-Punkte-Bewertungsskala. Die Unterschiede sind gewisserweise subtiler. So ist Robert Parker ein echter Autodidakt in Bezug auf sein Weinwissen und die Weinkritik, wohingegen James Suckling studierter Journalist ist, der sich schon mit 23 Jahren dem Weinthema widmete, zunächst als Assistent, dann als Weinjournalist und Verkoster, später als Chefredakteur und Chefverkoster. Während Robert Parker ein Vollblutweinkritiker ist, manche meinen sogar der erste echte Weinkritiker überhaupt, stellt James Suckling einen neuen Typus dar, der sich zwischen Journalismus und Kritik positioniert. Während Parker ein Spezialist für französische, insbesondere die Bordeaux-Weine ist, liegt Sucklings Weinliebe in Italien. Er gilt als d e r Experte für toskanische Weine. Suckling arbeitete 29 Jahre als Fachjournalist und Chefredakteur für Parkers berühmten The Wine Spectator, wo er schätzungsweise an die 150.000 vorwiegend europäische Weine testete und über zahlreiche historische Weinregionen und ihre Winzer berichtete. Heute ist James Suckling ein unabhängiger Weinkritiker mit seiner eigenen Internet-Weinpublikation, der „JamesSuckling.com“. Gleichzeitig ist er auch Weinevent-Manager, Filmakteur, Restaurant-Co-Besitzer, Lehrer und vieles mehr.

James Suckling und sein Weg zum Wein

Der am 29. September 1958 in Los Angeles, Kalifornien, geborene James Cameron Suckling ist heutzutage der führende Weinkritiker weltweit, und, was nicht alle wissen, auch ein Zigarren-Experte und professioneller Zigarren-Tester. Sein Weg zum Wein führte ihn zunächst über sein Interesse an gutem Essen und Kochen. Da liegen Weine nicht allzu weit davon entfernt. Der berufliche Werdegang Sucklings beginnt jedoch mit dem Studium von Politikwissenschaften und Journalismus an der Utah State University, später beendet an der University of Wisconsin-Madison. 1978, noch während seiner Universitätsausbildung, bekommt er die erste Anstellung bei einem Lokalblatt in Madison als eine Art journalistisches Mädchen-Für-Alles mit Schwerpunkt auf News zu Kriminaldelikten. Wenig später beginnt James Suckling sich verstärkt um seine Steckenpferde in der Gourmet-Branche zu kümmern. Es heißt, es war sein Vater, der ihn in dieser Zeit auf den Weingeschmack brachte, indem er ihm hervorragende französische Weine aus eigenem Weinkeller kredenzte und ihm das Degustieren beibrachte. Schicksalhaft war für James Suckling die 1981 abgegebene Bewerbung auf eine Anzeige in der Los Angeles Times. Dort suchte der Wine Spectator von Marvin R. Shanken – damals noch ein bloß circa 800 Abonnenten starkes aber engagiertes Fachjournal für Weine und Restaurantführer – nach einem Redaktionsassistenten. Mit steigendem Renommee stieg nicht nur die Auflage des bereits 1976 gegründeten Wine Spectators (zwei Jahre früher als der berühmte Konkurrent The Wine Advocator von Robert Parker) um das Vielfache, sondern auch die zu bearbeitenden Themenfelder. Der Anfang des 23-jährigen Journalisten James Suckling war unspektakulär. Suckling zog 1982 zusammen mit dem Hauptsitz des Fachjournals nach San Diego um und arbeitete sich sukzessive eine Weinbesprechung nach der nächsten in die Weinwelt hinein und an die journalistische Spitze des Unternehmens hinauf. Zu seinen Aufgaben gehörten neben Weinbeschreibungen und Weinkritiken auch Blindverkostungen von Bordeaux-Weinen, einer neuen Verkostungsart, die übrigens Robert Parker lancierte. Im Jahr 1984, als Robert Parker zum tonangebenden Weinexperten auf dem Gebiet der französischen, vor allem der Bordeaux-Weine wurde, entsandte der Wine Spectator James Suckling nach Europa, genauer: nach Paris. Für Suckling war das seine erste Europareise. Betraut wurde er dort mit der Verkostung von Bordeaux-Weinen und der ‚Entdeckung‘ der italienischen Weinlandschaft für die US-amerikanische Leserschaft. 1985 fiel die Entscheidung bei dem Herausgeber des Wine Spectators für die Gründung eines eigenen „Europe-Bureau“ in Paris, das Suckling in der Funktion des Chefredakteurs leiten sollte. Die Aufgaben, die das Europa-Büro für den Wine Spectator erfüllte, deckten sich mit jenen von Suckling, wobei der Schwerpunkt auf Italiens Qualitätsweinen, insbesondere jene aus der Toskana, gelegt wurde. Daneben spielten weiterhin die Bordeaux-Weine eine Rolle, ergänzt durch Vorstellungen von spanischen Portweinen, die James Suckling testete. In Paris verbrachte Suckling zwei Jahre, bevor es für ihn 1987 nach London ging, wo er mehrere Jahre lang lebte und für Wine Spectator tätig war. In dieser Zeit vertiefte er seine Kenntnisse in die Welt der Zigarren und wurde zum Chief-Journalist für den gleichfalls von Marvin R. Shanken herausgegeben Livestyle-Magazin Cigar Aficionado, das 1992 in New York aus der Taufe gehoben wurde. Im Auftrag des Cigar Aficionado reiste James Suckling immer wieder nach Kuba, das Produktionsland der kultigsten Zigarren und des praktizierten genussreichen Zigarrenrauchens. Diese Begeisterung fürs ‚Paffen‘ bewahrt er sich bis heute und paart nun auch in den Besprechungen die richtige Zigarre mit dem richtigen Wein.

Circa 10 Jahre später folgte Suckling seiner Weinleidenschaft nach Italien und ließ sich in der Nähe von Florenz nieder. Toskanas Weine, die historischen Terroirs, die regionalen, stolzen Winzer, die Geschichte und die Geschichten um die toskanischen Weingüter – das alles wurde James Sucklings zu seiner Herzangelegenheit und machte ihn weltweit zu d e r Weinkoryphäe für toskanische Weine. Auf diesem Gebiet genießt Suckling einen Ruf, der mit dem von Robert Parker auf dem Gebiet der Bordeaux-Weine gleichzusetzen ist. Suckling sagt „Good Bye“ und wird selbstständig Sicherlich war die Nachricht, die Juni 2010 die Presse überall aufgriff, vollkommen überraschend: Nach 29 Jahren verabschiedet sich James Suckling offiziell von Wine Spectator und Cigar Aficionado. Das Ausscheiden aus dem Team um die meistverkaufte Fachweinzeitschrift der USA soll, so heißt es, auch für das Management eine Überraschung gewesen sein. Anders als einige Nachrichten berichteten, ist Suckling damit alles andere als „retired“ (aus dem Berufsleben ausgeschieden). Vielmehr startete er unverzüglich mit seinen eigenen Projekten. Zusammen mit seinem Sohn Jack Suckling brachte er das Internet-Magazin JamesSuckling.com noch im selben Jahr heraus und betätigte sich als Gastautor bei vielen Fachmagazinen und Zeitungen. Die Website präsentierte von Anfang an sowohl Weinkritiken, Weinbewertungen, journalistische Berichte und, als neues Format, zahlreiche hochauflösende Videos, in denen James Suckling Weine aus der ganzen Welt testet. Dieses neue Format des digitalen Mediums ermöglicht Suckling, Weinkonsumenten hautnah an die Weingüter, Winzer aber auch andere Persönlichkeit der Weinbranche zu bringen. Spritzige Gespräche, pointierte Weinkritiken und Empfehlungen – ja, durchaus auch klare Vermarktungsstrategien, die sicherlich zurecht kritisiert werden –, aber auch die unmittelbarere Situation des Miterlebens, die Möglichkeit der Genussvermittlung, sind große Trümpfe, die Suckling hervorragend ausspielt. Gleichzeitig gilt das Team von JamesSuckling.com heutzutage als das schnellste im Testen von neuen Jahrgängen, so dass die Onlineplattform durchschnittlich die erste ist, die unter Weinkennern, Weinanlegern und Weinhändlern begehrten Kritiken veröffentlicht. Sucklings Onlineplattform gilt mit durchschnittlich 600.000 jährlichen Besuchern – die meisten kommen aus Nordamerika, Hongkong und Großbritannien –, mit über 4 Millionen Followern seiner Youtube-Kanäle, die zum Teil die Website mitbewerben, und einem Angebot von über 120.000 Weinbewertungen jährlich als äußerst erfolgreich. Schon lange sind die zahlreichen Aufgabenfelder, insbesondere die Verkostungen, nicht mehr von Suckling persönlich zu bewältigen. Ein kleines, handverlesenes Team von Profiverkostern gemeinsam mit dem Chefredakteur des Webmagazins, Nick Stock aus Melbourne, übernehmen die meisten Aufgaben, während James Suckling als CEO fungiert, sich aber nicht nehmen lässt, speziell vorbereitete Blindverkostungen selbst durchzuführen. Pro Jahr testet das Team zwischen 20.000 und 30.000 Weine. James Suckling selbst nimmt an, dass er seit seiner Tätigkeit bei Wine Spectator bis heute circa 225.000 Weine getestet hat (Stand 2019).

Umtriebige Weinentertainer mit Rock-Star-Status

Suckling ist ein überaus umtriebiger, dabei sehr guter Geschäftsmann, der nicht nur seine Weinkritiken in publikumswirksamen Publikationsorganen platziert, sondern auch gute Geschäftsideen und Promoter findet. So zum Beispiel zeichnet er für das Weinprogramm des Mega-Unternehmens „Holland America Line“ verantwortlich, einer Kreuzfahrtgesellschaft mit 14 Passagierschiffen, die eine knappe Million Passagiere jährlich bedient.

Sucklings zweites Standbein ist die Eventbranche mit Büro in Hongkong. Über die Internetseite JamesSuckling.com bietet Suckling jährlich an die 20 Großveranstaltungen in Weltstädten wie Hongkong, Peking, Seoul, Bangkok an, natürlich dürfen dabei New York und Miami nicht fehlen. An diesen von Suckling persönlich geführten Verkostungen nehmen zwischen 600 und 1.200 Interessierte teil. Angeboten werden zumeist viele Kunden ansprechende Weinthemen wie „Great Wines of the World“, „Great Wines of Italy“ oder „Bordeaux Confidential“. Exquisiter hingegen sind James Sucklings sogenannte „Masterclasses“, die er sowohl in Hongkong als kleine Meisterkurse als auch auf „Masterclass.com“ online veranstaltet. Hier lehrt er professionelles Weintesten, Degustieren, Begreifen der Zusammenhänge zwischen Terroir, Traube und Weinproduktion, hat aber auch andere Schwerpunkte samt „Geheimtipps“ rund um das Thema Wein im Angebot. An den Kursen nehmen zwischen 500 und 1.000 Personen jährlich teil. Seine Online-Masterclasses haben über 20.000 Abonnenten und den Werbevorspann dazu klickten 4 Millionen Menschen auf YouTube an. Die Kursveranstaltungen sind zwar nicht nur aber insbesondere bei asiatischen Weininteressierten sehr beliebt. Der Grund dafür liegt mitunter an James Sucklings medialer Präsenz in Asien. Durch seine Mitarbeit an exklusiven Lifestyle-Magazinen und seine öffentlichen Auftritte bei glamourösen Veranstaltungen wurde er im asiatischen Raum zu einer regelrechten Kultfigur. Neben all seinen vielfältigen Tätigkeiten als Weinkritiker sorgt insbesondere seine Arbeit für Tatler Asia und den zahlreichen Ablegern dieses luxuriösen, in seiner Sparte renommierten Hochglanz-Livestyle-Magazins für Sucklings Berühmtheit. Das wiederkehrende Format – „James Suckling visits … The Wine Challange“ und „James Suckling and …“ –, in dem Suckling Weinkritik und Weinempfehlungen eingängig und spritzig-amüsant auf den Punkt bringt, kommt bei den Lesern von Tatler Hongkong, Tatler China, Singapur oder Thailand sehr gut an. Der Weinexperte besucht berühmte oder besondere Weingüter, manches Mal auch Restaurants oder trifft auf außerordentliche Persönlichkeiten aus der Wein- und Gourmetbranche. Man kann diese Tätigkeit als Sucklings drittes, wahrscheinlich genauso wichtiges Standbein ansehen wie seine Onlineplattform und die Selbstvermarktung in Events. Wenn Robert Parker der Papst unter den Weinkritikern ist, so ist James Suckling der genussbetonte Rock Star der Weinwelt. 

Wohltätig mit Papst

Noch bevor seine Website online ging, rief Suckling 2010 das Wohltätigkeitsprojekt „One Wine – One World“ ins Leben, das der berühmte Kunstsammler und Wohltäter Nasser David Khalili finanzierte. Die Idee dahinter bestand aus einer symbolischen Versöhnung der jüdischen, christlichen und muslimischen Religionen. Sie sollten sinnbildlich im Wein zusammengebracht werden, der beim Abschiedsessen anlässlich des offiziellen Papstbesuches in Birmingham als einziger Wein serviert wurde. Papst Benedikt XVI. durfte zwischen einer weißen und einer roten Cuvée wählen, die aus kalifornischen, mexikanischen, ungarischen, slowenischen, friaulischen und südfranzösischen Trauben komponiert waren. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Weine mit Etiketten, die ein sakrales Gemälde von Ben Johnson reproduzieren, ging an die interreligiöse Wohltätigkeitsorganisation „Maimonides Foundation“. James Sucklings „Handschrift“: Beschreiben, Kontextualisieren, Benoten

James Suckling ist ein Weinkritiker, der journalistisch schreibt. Darüber hinaus ist er ein begnadeter Redner, der sein Publikum in Bann halten und amüsieren kann. Er begutachtet Weine gerne in ihrer Entstehungsumgebung. Wie alle aus den USA stammenden Weinkritiker arbeitet auch Suckling mit einer 100-Punkte-Bewertungsskala. Anders als Robert Parker, der diese Art der Bewertung einführte, gibt sich James Suckling nur mit Weinen ab, die mindestens 90 Punkte wert sind. Somit fällt seine Werteskala besonders kurz und eindeutig aus:

95 bis 100-Punkte-Weine sind sogenannte „must buy“. Weine, die ein Weinkenner unbedingt probieren („kaufen“) sollte. Hier werden spätere Klassiker und die Referenzgrößen des jeweiligen Jahrganges festgelegt. Mit diesen Weinen macht der Käufer „alles richtig“.

90 bis 94-Punkte-Weine sind nach Suckling „outstanding“: herausragend oder überdurchschnittlich. Weine, bei denen salopp gesagt, man nichts falsch machen kann. In einem Interview führt Suckling aus, dass Weine, die von ihm mit 90+ Punkten bewertet wurden, die Konsumenten bedenkenlos kaufen können: „Ich trinke sie selbst gerne“.

Wie alle Weinkritiker vom Rang vertritt auch James Suckling einen eigenen Geschmacksstil. Dementsprechend anders fällt seine Bewertungsmethode aus, bei der Tannin- und Alkoholgehalt, Fruchtanteile und der Abgang (Finish), das heißt die Verkostung im Mund, besondere Aufmerksamkeit erfahren. Dagegen werden optische und olfaktorische Qualitäten – das „Auge“ und die „Nase“ der Degustation –, die klassischerweise die erste Herangehensweise einer Weinbegutachtung darstellen, von Suckling weniger stark bepunktet. Bis zu 15 Punkten entfallen auf die Betrachtung des Weins im Glas und bis zu 25 Punkte kann die Entfaltung der Aromen bekommen. Die restlichen bis zu 60 Punkte werden auf die Ergebnisse des Mund- und Gaumentests verteilt, wobei bis zu 25 Punkte der Struktur des Weins zukommen. Mit bis zu 35 Punkten bewertet Suckling das Gesamtergebnis beziehungsweise die Gesamtqualität („overall quality“).

Vergleicht man die hochrangigen Bewertungen von Parker und Suckling miteinander, so wird schnell deutlich, dass Suckling im Durchschnitt die Weine um ein bis zwei Punkte (manches Mal sind es mehr) besser als sein Kollege bewertet. Das gleicht sich dort aus, wo Robert Parker Weine im höheren 80er Punktebereich noch als „gute Weine“ bezeichnet, James Suckling sie hingegen nicht mehr empfiehlt. Suckling ist dafür bekannt, dass er keine Region der Welt ausschließt. Obwohl er als Koryphäe für toskanische Weine und als Bordeaux-Experte angesehen wird, beschäftigt sich Suckling regelmäßig gerne mit Weinen aus der „Neuen Welt“ und Asien. Typisch für seine Einstellung zum Wein sind solche Aussagen wie jene, die er im Interview mit dem Schweizer Magazin Prestige machte (14. Jan. 2015). Dort antwortet er auf die Frage, wie er Schweizer Weine findet, unverblümt: „Ich weiß [Schw. Deut.], dass die Menschen hier sehr stolz auf ihren Wein sind, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt einfach nicht. Vor allem im Gegensatz zum Nachbarland Deutschland: Mosel, Pfalz, Rheingau – hier sitzen einige der weltweit besten Winzer. Trotzdem zahlt man für eine Flasche ihres Weines gerade mal 20 Euro, obwohl sie meiner Meinung nach mindestens 60 Euro wert wäre.“

Post Skriptum

Es überrascht vielleicht zu erfahren, dass James Suckling sich mit einem etwas nebengleisigen Thema in die Annalen der Top-Weinbücher eingeschrieben hat, nämlich mit dem heutigen Klassiker „Vintage Port: The Wine Spectator’s Ultimate Guide for Consumers, Collectors, and Investors“, den er noch während seiner Londoner Zeit bei Parkers Wine Spectator 1990 publizierte. Dieses Buch ist bis heute das einzige, das er, neben vieler Co-Autorschaft und Buchbeiträgen, alleine verfasste. Nicht viele wissen, dass Suckling sich auch als Designer betätigt. Zusammen mit dem legendären französischen Kristallglashersteller „Lalique“ hat er seine „100-Punkte-Lalique“ Kollektion entworfen. Dazu gehören drei Dekanter und acht Gläser, unter ihnen das Lieblingsglas Sucklings, ein Universalglas für alle Weine. Und damit sie auch sicher überall mitgenommen werden können, entwarf Suckling eine Wein-Arbeitstasche, die vieren der Lieblingsgläser Platz bietet. Diesen Entwurf begleitete wiederum das Modehaus „Salvatore Ferragamo“. James Suckling hat das Medium Filme kurz nach dem Start seiner Onlinesite für sich entdeckt. Bereits 2011 wurde er Produktionsleiter, Gastgeber und Moderator des Dokumentarfilms „Cigars: The Heart and Soul of Cuba”. Die Dokumentation, die an internationalen Filmfestivals präsentiert wurde, beleuchtet die zweite Leidenschaft Sucklings, die Welt der Zigarren. Sein zweiter Dokumentarfilm ist der 2013 uraufgeführte „Cannubi: A Vineyard Kissed by God“, der von einem 250 Jahre alten Weinberg und seinen begnadeten Barolo-Weinen aus dem Piemont handelt. Der Kurzfilm (28 Min.) erfuhr viel internationales Lob und wurde auf dem 16. Sonoma Film-Festival in Kalifornien gezeigt. Die Regie bei beiden Dokumentarfilmen übernahm James Orr, der auch einer der Shareholder von JamesSuckling.com ist.

James Suckling kann auf zwei überaus wichtige Auszeichnungen stolz sein. An erster Stelle ist der vom italienischen Staat vergebene Ritterorden „Cavaliere dell’Ordine della Stella d’Italia“ zu nennen, mit dem Suckling 2017 für seine jahrzehntelangen Bemühungen um die weltweite Vermittlung der italienischen Weine ausgezeichnet wurde. 2020 folgte dann die Verleihung des renommierten Ritterordens „Chevalier de l’Ordre National du Mérite“ durch den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, der Suckling für seine kritisch-journalistische Arbeit an französischen Weinen im Namen der Nation dankte. Zu ergänzen ist noch die 2018 an Suckling verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt Montalcino, ein Dankeschön an den Weinkritiker, der 40 Jahre lang immer wieder über Brunello di Montalcino berichtete, und für die Bestnoten, die viele der Regionalweine von ihm bekamen. Wer James Suckling en passant persönlich begegnen möchte, dem sei die Wein-Bar & Restaurant „James Suckling Wine Central“ in Hongkong empfohlen. Hier stehen an die 80 Tische für Weinliebhaber und jene der Fusionsküche von europäischen und koreanischen Speisen bereit. Über 400 im Glas ausgeschenkte Weine und zusätzlich über 200 Flaschenweine bietet das Lokal an, zu, wie es heißt, „bezahlbaren Preisen für rare Weine“, die woanders das Vielfache kosten. Dieses feine Etablissement wird von Sucklings Ehefrau, der gebürtigen Koreanerin und ehemaligen Weinhändlerin, nun Vizepräsidentin von JamesSuckling.com, Marie Kim-Suckling geführt. Dies ist auch der Ort, an dem James Suckling seine exklusiven kleinen Masterclasses veranstaltet. James Sucklings momentaner Hauptwohnort ist Honkong, doch er verbringt weiterhin viele Monate im Jahr in seinem Zweitwohnsitz in der Nähe von Florenz, und wenn noch Zeit übrig ist, so lebt er von Zeit zu Zeit in seinem Haus in Napa Valley, Kalifornien. 

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